die Schule verließ fand ich in ihr eine angenehme und gefällige Gesellschafterin gelehrig gutmüthig und von trefflichen Grundsätzen Durch ihre dankbare Aufmerksamkeit für mich und die Meinigen hat sie mir längst jede kleine Gefälligkeit vergolten die ich je die Macht hatte ihr zu gewähren Meine Erzählung nähert sich ihrem Ende nur noch ein Wort über meine Erfahrung in der Ehe und einen kurzen Blick auf das Geschick derjenigen deren Namen am häufigsten in dieser Erzählung vorkommen und ich bin zu Ende Ich bin jetzt zehn Jahre verheirathet Ich weiß was es heißt gänzlich für den und mit dem zu leben den ich am meisten auf Erden liebe Ich halte mich für äußerst beglückt — mehr als es die Sprache ausdrücken kann weil ich eben so sehr meines Gatten Leben bin wie er das meine ist Kein Weib stand je ihrem Ehegenossen näher als ich keine war je so ganz Bein von seinem Bein und Fleisch von seinem Fleisch Ich werde der Gesellschaft meines Eduard nicht müde er nicht der meinigen eben so wenig wie wir des Klopfens unserer Herzen müde werden folglich sind wir immer beisammen Dadurch sind wir zugleich so frei wie in der Einsamkeit und so heiter wie in der Gesellschaft Ich glaube wir sprechen den ganzen lieben Tag denn mit einander zu sprechen ist nur ein belebteres und hörbares Denken All mein Vertrauen ist auf ihn gesetzt all sein Vertrauen ist mir geweiht unsere Charaktere stimmen genau überein und vollkommene Eintracht ist der Erfolg Rochester blieb die ersten beiden Jahre unserer Ehe blind vielleicht war es dieser Umstand der uns einander so nahe brachte und uns so unauflöslich verband denn ich war damals sein Gesicht wie ich jetzt seine rechte Hand bin Im buchstäblichen Sinne war ich wie er mich oft nannte der Apfel seines Auges Er sah die Natur — er sah die Bücher durch mich und nie wurde ich müde für ihn zu sehen und den Eindruck der Felder und Bäume der Stadt und des Flusses der Wolke und des Sonnenstrahls der Landschaft vor uns und des Wetters um uns her in Worte zu kleiden und durch den Klang seinem Ohr mitzutheilen was das Licht seinem Auge nicht näher einprägen konnte Nie wurde ich müde ihm vorzulesen nie wurde ich müde ihn zu führen wohin er zu gehen wünschte zu thun was er gethan wünschte Und es lag ein überschäumendes ein entzückendes wenn gleich trauriges Vergnügen in meinen Diensten weil er dieselben ohne schmerzliche Scham oder dämpfende Erniedrigung forderte Er liebte mich so wahr daß er kein Widerstreben kannte sich meiner Hülfe zu bedienen er fühlte ich liebe ihn so zärtlich daß er meine liebsten Wünsche erfüllte wenn er meinen Beistand annahm Eines Morgens nach Verlauf von zwei Jahren als ich einen Brief nach seinem Dictat schrieb kam er neigte sich über mich und sagte Johanna hast Du nicht einen schimmernden Schmuck um den Hals Ich trug eine goldene Uhrkette und antwortete Ja Und hast ein blaßblaues Kleid an So war es Er sagte mir