lange den Gedanken gehabt wenn ich Dich nirgends finden könnte müßtest Du todt sein Spät an jenem Abend — vielleicht zwischen elf und zwölf Uhr — flehte ich ehe ich mich zu meiner unerfreulichen Ruhe begab inbrünstig zu Gott wenn es ihm gut scheine so möge er mich bald aus diesem Leben nehmen und in jene künftige Welt versehen wo ich die einzige Hoffnung hegte Johanna wiederzusehen Ich war in meinem Zimmer und saß am Fenster welches offen war es beruhigte mich die balsamische Nachtluft zu fühlen obgleich ich keine Sterne sehen kennte und nur die Gegenwart des Mondes wie einen undeutlichen leuchtenden Nebel wahrnahm Ich sehnte mich nach Dir Johanna ich sehnte mich nach Dir mit Seele und Fleisch Ich fragte Gott in Qual und Demut ob ich noch nicht lange genug verlassen trostlos und gequält gewesen und nicht bald wieder Segen und Frieden kosten dürfe Ich gestand ein daß ich Alles verdiene was ich erduldet habe — ich schützte vor daß ich kaum mehr erdulden könne und der Anfang und das Ende der Wünsche meines Herzens kam unwillkürlich von meinen Lippen in den Worten Johanna Johanna Johanna Sprachen Sie diese Worte laut ” Ich that es Johanna Wenn mich Jemand gehört hätte würde er mich für verrückt gehalten haben mit so wahnsinniger Kraft sprach ich sie aus Und es war am letzten Montag Abend nicht lange vor Mitternacht “Ja aber die Zeit ist von keiner Bedeutung was darauf folgte ist das Seltsame Du wirst mich für abergläubisch halten einigen Aberglauben habe ich in meinem Blut und hatte ihn stets dennoch ist dies wahr wahr wenigstens ist es daß ich hörte was ich jetzt erzähle — Als ich Johanna Johanna Johanna rief da antwortete mir eine Stimme ich kann nicht sagen woher sie kam aber ich wußte wessen Stimme es war Ich komme warten Sie und im nächsten Augenblick trug der Wind flüsternd die Worte zu mir herüber wo sind Sie — Ich will Dir wenn ich es vermag die Idee und das Bild schildern welche diese Worte meinem Geiste eröffneten doch ist es schwierig auszudrücken was ich auszudrücken habe Ferndean liegt wie Du siehst tief im Walde begraben wo der Schall gedämpft wird und ohne Echo dahinstirbt Wo sind Sie schien unter Bergen gesprochen zu werden denn ich hörte das Echo der Hügel die Worte wiederholen Kälter und frischer schien in dem Augenblick der Wind meine Stirn zu berühren ich hätte glauben sollen ich und Johanna hätten uns in einer wilden einsamen Scene getroffen Im Geiste glaube ich müssen wir einander begegnet sein Du Johanna lagst ohne Zweifel in unbewußtem Schlafe vielleicht wanderte Deine Seele aus ihrer Zelle um die meine zu trösten denn es waren Deine Töne — so wahr ich lebe es war Deine Stimme Leser es war am Montag Abend kurz vor Mitternacht als auch ich die geheimnisvolle Aufforderung erhielt es waren dieselben Worte womit ich sie beantwortet Ich horchte auf Rochesters Erzählung machte ihm aber keine Mittheilung Das Zusammentreffen erschien mir zu erhaben und