Die wunderbare Erschütterung des Gefühls war gleich dem Erdbeben gekommen welches das Fundament des Gefängnisses erschütterte worin sich Paulus und Silas befanden sie hatte die Thür der Zelle meiner Seele geöffnet und ihre Banden gelöst sie hatte sie aus ihrem Schlafe erweckt woraus sie zitternd und bebend horchend und erschrocken auffuhr dann berührte ein dreifacher Ruf mein stutzendes Ohr und bebte durch mein zitterndes Herz und meinen Geist der sich weder fürchtete noch erschüttert war sondern freudig über das Gelingen einer Anstrengung zu frohlocken schien die er unabhängig von der lästigen Körpergestalt zu machen berechtigt gewesen Ehe viele Tage um sind sagte ich mein Nachdenken beendend werde ich etwas von dem erfahren dessen Stimme mich am letzten Abend zu rufen schien Briefe sind vergeblich gewesen persönliche Nachforschungen müssen sie ersetzen Beim Frühstück kündigte ich Diana und Maria an daß ich eine Reise antreten und wenigstens vier Tage abwesend sein werde Allein Johanna ” fragten sie Ja es geschieht um einen Freund zu besuchen oder Nachrichten von ihm zu erhalten wegen dessen ich seit einiger Zeit unruhig gewesen bin.” Sie hätten sagen können wie sie auch ohne Zweifel dachten sie hätten geglaubt ich sei außer ihnen ohne Freunde denn in der That hatte ich es oft gesagt aber vermöge ihrer wahren und natürlichen Delikatesse enthielten sie sich aller Bemerkungen und Diana fragte mich nur ob ich auch gewiß wohl genug sei die Reise aushalten zu können wobei sie bemerkte daß ich sehr blaß aussehe Ich erwiderte es fehle mir Nichts als Unruhe des Geistes die ich bald zu beseitigen hoffe Meine weiteren Anordnungen waren leicht zu machen denn ich wurde mit keinen Fragen oder Vermuthunaen belästigt Als ich ihnen einmal erklärt hatte daß ich mich jetzt nicht über meine Pläne aussprechen könne ließen sie freundlich und weise mein Schweigen zu und gestatteten mir das Vorrecht der freien Handlung welches ich ihnen unter ähnlichen Umständen auch würde zugestanden haben Ich verließ Moor House um drei Uhr Nachmittags stand bald nach vier Uhr am Fuße des Wegweisers Whitcroß und erwartete die Ankunft des Omnibus der mich nach dem entfernten Thornfield bringen sollte Bei dem Schweigen welches auf jenen einsamen Wegen und verlassenen Hügeln herrschte hörte ich den Wagen schon aus weiter Ferne Es war derselbe Wagen aus dem ich vor einem Jahre an einem Sommerabend an eben dieser Stelle so verlassen so hoffnungs und zwecklos ausgestiegen war Er hielt an als ich winkte Ich stieg ein und war jetzt nicht genöthigt mein ganzes Vermögen für die Mitnahme hinzugeben Als ich einmal auf dem Wege nach Thornfield war kam ich mir vor wie die Brieftaube die nach Hause fliegt Es war eine Reise von sechsunddreißig Stunden Ich war am Dienstag Nachmittag von Whitcroß abgefahren und früh am folgenden Donnerstag Morgen hielt der Wagen um die Pferde zu tränken vor einem Gasthause am Wege an welches unter einer Scenerie von grünen Hecken großen Feldern und niedrigen begrasten Hügeln lag welche milde Umrisse und grüne Farbe im Vergleich zu dem strengen nördlichen Moorland in der Umgebung