geschlossen eine Matte vor die Thür gelegt damit der Schnee nicht unter derselben hereinwehe mein Feuer geschürt und nachdem ich beinahe eine Stunde am Kamin gesessen und der Wuth des Sturmes zugehört zündete ich Licht an nahm den Marmion zur Hand und begann zu lesen Der Abend sinkt auf Norham 's Schloß In jenes Stromes dunklen Schooß Auf Teviot 's Berge groß und klein Die hohen Thürme rings umfloß Die steilen Mauern übergoß Der gelbe Abendschein Bald vergaß ich den Sturm bei dieser Musik Ich hörte ein Geräusch und glaubte es sei der Wind der die Thür bewege Nein es war Saint John Rivers der die Thür öffnete der aus dem kalten Orkan aus der heulenden Dunkelheit hereinkam und vor mir stand Der Mantel der seine hohe Gestalt bedeckte war weiß wie ein Gletscher Ich war bestürzt so wenig hatte ich an dem Abend einen Gast aus dem zugewehten Thale erwartet “Bringen Sie eine schlimme Nachricht ” fragte ich “Hat sich etwas zugetragen ” “Nein Wie leicht empfinden Sie Schrecken ” antwortete er seinen Mantel ablegend und an die Thür hängend Dann schob er kalt die Matte wieder vor die durch seinen Eintritt verschoben war und stampfte den Schnee von seinen Stiefeln “Ich werde Ihren reinen Fußboden beschmutzen ” sagte er “aber Sie müssen mich dies Mal entschuldigen.” Dann näherte er sich dem Feuer “Es hat mir Anstrengung gekostet hierher zu kommen das versichere ich Ihnen ” fuhr er fort indem er seine Hände über der Flamme wärmte “Einmal sank ich tief ein doch zum Glück ist der Schnee noch ganz locker.” Aber warum kommen Sie ” konnte ich nicht umhin zu sagen “Das ist eine ziemlich unfreundliche Frage an einen Gast aber da Sie sie ausgesprochen haben will ich Ihnen antworten daß ich nur ein wenig mit Ihnen reden möchte da ich meiner stummen Bücher und leeren Zimmer überdrüßig wurde Ueberdies habe ich seit gestern die Aufregung eines Menschen empfunden dem man eine Geschichte halb erzählt hat und der ungeduldig ist das Ende zu hören.” Er setzte sich nieder Ich erinnerte mich an sein gestriges seltsames Benehmen und begann wirklich für seinen Verstand zu fürchten Wenn er indessen unsinnig war so war sein Unsinn sehr kalt und besonnen ich hatte sein schönes Gesicht nie mehr dem Marmor gleich gesehen als jetzt Als er sein vom Schnee benetztes Haar aus der Stirne strich und das Licht des Feuers frei auf seine weiße Stirn und blasse Wange scheinen ließ worin ich mit Bedauern eine Furche entdeckte die Sorge oder Kummer jetzt so deutlich gezogen Ich schwieg und erwartete er würde etwas sagen was ich wenigstens verstehen könne aber seine Hand war jetzt an seiner Wange sein Finger an der Lippe er sann nach Es fiel mir auf daß seine Hand abgemagert war wie sein Gesicht Ein vielleicht unpassendes Gefühl des Mitleids kam in mein Herz und ich ließ mich bewegen zu sagen “Ich wollte Diana oder Maria könnte kommen und bei Ihnen wohnen es ist übel daß Sie so ganz allein