Rivers nur gestand sie gewiß zu sei ich nicht den zehnten Theil so schön obgleich ich freilich eine ganz niedliche hübsche kleine Seele sei wogegen er ihr als ein Engel erschien Ich sei indeß gut geistreich fest und sicher wie er Ich sei ein Spiel der Natur behauptete sie für eine Dorfschulmeisterin sie sei gewiß meine frühere Geschichte wenn sie bekannt wäre würde einen ergötzlichen Roman bilden Eines Abends als sie mit ihrer gewohnten kindlichen Thätigkeit ihrer gedankenlosen aber unbefangenen Neugierde den Schrank und den Tischauszug in meinem kleinen Wohnzimmer durchsuchte entdeckte sie zuerst zwei französische Bücher einen Band von Schiller eine deutsche Sprachlehre und Wörterbuch und dann meine Zeichnengeräthe und meinen Malkasten so wie meine Zeichnungen die in einem hübschen kleinen engelgleichen Mädchen einer meiner Schülerinnen und mehreren nach der Natur gezeichneten Ansichten von Morton und den umgebenden Hügeln bestanden Anfangs verstummte sie vor Ueberraschung und wurde dann vom Entzücken elektrisirt “Haben Die diese Bilder gemalt ” fragte sie “Verstehen Sie Französisch und Deutsch wie herrlich wie wunderbar wäre das Sie zeichnen besser als mein Lehrer in der ersten Schule zu T Wollen Sie nicht mein Portrait zeichnen um es Papa zeigen zu können ” “Mit Vergnügen erwiderte ich und ich empfand ein lebhaftes künstlerisches Entzücken bei dem Gedanken nach einem vollkommenen und glänzenden Modell zu copiren Sie trug damals ein dunkelblaues seidenes Kleid ihre Arme und ihr Hals waren bloß ihr einziger Schmuck waren ihre kastanienbraunen Locken die in natürlicher Anmuth über ihre Schultern niederwallten Ich nahm ein feines weißes Kartenblatt und zeichnete sorgfältig den Umriß Ich versprach mir das Vergnügen das Portrait zu coloriren und da es schon spät war sagte ich ihr sie müsse wiederkommen und mir an einem andern Tage sitzen Sie stattete ihrem Vater einen solchen Bericht ab daß Herr Oliver sie am nächsten Abend selber begleitete — ein großer grauköpfiger Mann in mittlern Jahren und mit massiven Gesichtszügen an dessen Seite seine liebenswürdige Tochter wie eine glänzende Blume neben einem grauen Thurme aussah Er schien ein schweigsamer und vielleicht stolzer Mann zu sein doch war er sehr freundlich gegen mich Die Skizze von Rosamundens Portrait gefiel ihm sehr und er sagte ich müsse sie völlig ausführen Er bestand auch darauf daß ich den nächsten Abend in Vale Hall zubringen solle Ich ging dorthin Es war eine große und schöne Wohnung welche bewies daß der Besitzer sehr reich war Rosamunde war voll Heiterkeit und Vergnügen so lange ich dablieb Ihr Vater war freundlich und als er sich nach dem Thee mit mir in ein Gespräch einließ sprach er in starken Ausdrücken seine Billigung dessen aus was ich in der Schule zu Morton bereits geleistet und sagte er fürchte nur nach dem was er sehe und höre daß ich zu gut für den Ort sei und ihn bald mit einer passendern Stelle vertauschen werde In der That rief Rosamunde “sie ist talentvoll genug um Erzieherin in einer vornehmen Familie zu sein Papa.” Ich dachte ich wolle weit lieber bleiben wo ich war als in irgend