Eindruck auf mich Miß Miller war gewöhnlicher hatte eine röthliche Farbe und doch ein sorgenvolles Gesicht war eilig in ihrem Gange und ihren Bewegungen gleich einer Person die zugleich vielfache Geschäfte zu besorgen hat und sah in der That wie eine Unterlehrerin aus was sie auch wirklich war wie ich später erfuhr Von ihr geführt ging ich von Gemach zu Gemach von Gang zu Gang durch ein unregelmäßiges Gebäude bis wir von der öden Stille in jenem Theile des Hauses uns dem Gesumme vieler Stimmen näherten und sogleich in ein großes Zimmer mit tannenen Tischen zwei an jedem Ende eintraten auf welchem ein paar Lichter brannten und um welche eine Versammlung von Mädchen jeden Alters von neun oder zehn bis zwanzig Jahren saßen Bei dem trüben Schein der Talglichte erschien mir die Menge zahllos obgleich ihrer in der That nicht mehr als achtzig waren ihr Anzug war gleichförmig und bestand in Kleidern von braunem Zeuge von auffallendem Schnitt und in Lätzchen von holländnischer Leinwand Es war die Stunde des Lernens und sie waren beschäftigt sich auf ihre Lectionen auf den folgenden Morgen vorzubereiten und das Gesumse welches ich gehört hatte war das vereinte Geräusch ihrer leisen Wiederholung Miß Miller wies mir einen Platz auf einer Bank in der Nähe der Thür an ging dann nach dem obern Ende des großen Zimmers und rief Aufseherinnen sammelt die Bücher ein und legt sie weg Vier große Mädchen standen von den verschiedenen Tischen auf gingen herum sammelten die Bücher ein und legten sie weg Miß Miler ertheilte wieder das Commandowort Aufseherinnen holt das Abendessen herein Die großen Mädchen gingen hinaus kehrten sogleich zurück und jede trug einen Teller worauf sich Portionen von Etwas befanden was ich nicht kannte Außerdem stand in der Mitte jedes Tellers ein Wasserkrug und ein Becher Die Portionen wurden herumgereicht die welche trinken wollten tranken von dem Wasser und der Becher war gemeinschaftlich Als ich an die Reihe kam trank ich auch denn ich war durstig berührte die Speise aber nicht da Aufregung und Ermüdung mir das Essen unmöglich machten ich sah aber jetzt daß es dünner Haferkucben war den man in Stücke getheilt hatte Als die Mahlzeit vorüber war las Miß Miller Gebete vor dann marschirten die Klassen je zwei und zwei neben einander die Treppe hinauf Da ich jetzt den Ermüdung überwältigt war so beachtete ich kaum was das Schlafzimmer für ein Ort war außer daß es mir gleich dem Schulzimmer sehr lang vorkam Für diese Nacht war ich Bettgenossin der Miß Miller und sie half mir beim Auskleiden Als ich im Bette lag überblicke ich die langen Reihen von Betten wovon jedes rasch von zwei Mädchen angefüllt wurde in zehn Minuten wurde das einzige Licht ausgelöscht und von Stille und völliger Dunkelheit umgeben schlief ich ein Die Nacht verging rasch ich war zu ermüdet um auch nur zu träumen ich erwachte nur einmal um den Wind in wüthenden Stößen saufen und den Regen in Strömen fallen zu hören und mir bewußt zu werden daß Miß Miller