mich nach Morton Den Tag darauf reisten Diana und Maria nach der entfernten Stadt B ab Eine Woche später zogen Herr Rivers und Hannah in die Pfarrwohnung und der alte Meierhof stand verlassen Fünftes Kapitel Meine Heimath — da ich endlich eine Heimath gefunden — ist eine Hütte Das kleine Zimmer mit weiß angestrichenen Wänden und besandetem Fusßboden enthält vier angestrichene Stühle einen Tisch eine Wanduhr einen Eckschrank mit zwei oder drei Schüsseln und Tellern und ein Theezeug von Fayance Oben befindet sich eine Kammer eben so groß wie das Wohnzimmer mit einem tannenen Bettgestell und einer Komode klein aber doch noch zu groß um von meiner spärlichen Garderobe angefüllt zu werden obgleich die Güte meiner edlen Freunde dieselbe mit den nöthigsten Dingen vermehrt hat Es ist Abend Ich habe eben die kleine Waise die mir als Magd dient mit dem Geschenk einer Orange entlassen Ich sitze allein am Kamine Diesen Morgen ist die Dorfschule eröffnet worden Ich habe zwanzig Schülerinnen Nur Drei von ihnen können lesen keine von ihnen kann schreiben oder rechnen Mehrere stricken und Einige nähen ein wenig Sie reden den breitesten Dialect in dem Districte Für jetzt wird es uns noch schwer einander zu verstehen Einige sind eben so unmanierlich roh und unfügsam als unwissend aber Andere sind gelehrig haben den Wunsch etwas zu lernen und zeigen eine Gemüthsart die mir gefällt Ich darf nicht vergessen daß die grobgekleideten kleinen Bauerkinder von demselben Fleisch und Blut sind wie die Abkömmlinge der edelsten Stammbäume und daß die Keime angeborner Vortrefflichkeit der Verfeinerung des Verstandes und Gefühls wahrscheinlich eben so in ihren Herzen vorhanden sind wie in denen von der höchsten Geburt Meine Pflicht wird es sein diese Keime zu entwickeln gewiß werde ich ein Glück darin finden dieses Amt zu füllen Viel Genuß erwarte ich nicht von dem Leben welches mir geöffnet ist doch ohne Zweifel wird es wenn auch nicht meinen Geist regeln und meine Fähigkeiten wie es sollte in Anwendung bringen mir doch so viel gewähren um von einem Tage zum andern zu leben War ich sehr heiter gefaßt und zufrieden während der Stunden die ich diesen Morgen und Nachmittag in jener kahlen und demüthigen Schulstube zubrachte Um mich nicht zu täuschen muß ich nein antworten Ich fühlte mich gewissermaßen trostlos Ich fühlte — ja ich war so thöricht — ich fühlte mich erniedrigt Ich war unschlüssig ob ich nicht vielleicht einen Schritt gethan der mich auf der Waagschale des gesellschaftlichen Daseins erniedrigt anstatt mich zu erheben Ich empfand einen feigen Schrecken vor der Unwissenheit der Armuth und Roheit alles Dessen was ich um mich sah Aber ich darf mich wegen dieser Gefühle nicht zu sehr hassen und verachten ich weiß daß sie unrecht sind — dadurch ist schon viel gewonnen — und werde mich bemühen sie zu überwinden Morgen hoffe ich sie schon theilweise besiegt zu haben und in wenigen Wochen werden sie vielleicht gänzlich verschwunden sein Es ist möglich daß die Freude über den Fortschritt und die Veränderung zum Bessern die ich an