Zimmer Dann blieb er stehen und sah mich wieder an Er schüttelte den Kopf Was mißbilligen Sie Herr Rivers “ fragte ich Sie werden nicht lange in Morton bleiben nein Warum aus welchem Grunde sagen Sie das “Ich lese es in Ihrem Auge es ist nicht von der Art um einen ebenen Gang im Leben zu versprechen Ich bin nicht ehrgeizig.“ Er stutzte bei dem Worte “ehrgeizig und fuhr fort Nein Wie kamen Sie auf Ehrgeiz Was heißt es ehrgeizig sein Ich weiß daß ich es bin aber wie entdeckten Sie es “ Ich sprach von mir selber.“ Nun wenn Sie nicht ehrgeizig sind so sind Sie —“ Er schwieg Was “ Ich wollte sagen leidenschaftlich aber vielleicht würden Sie das Wort mißverstanden und es mir übel genommen haben Ich meine menschliche Neigungen und Sympathieen haben eine große Macht über Sie Ich bin gewiß Sie können sich nicht lange begnügen Ihre Zeit in der Einsamkeit zuzubringen und ihre Arbeitsstunden einer traurigen Beschäftigung zu weihen der es gänzlich an jedem Antriebe fehlt ebenso wenig als ich zufrieden sein kann fügte er mit Nachdruck hinzu “hier in einen Moraste begraben und von Bergen eingeschlossen zu sein — es ist meiner Natur die Gott mir gegeben hat zuwider meine Fähigkeiten die der Himmel mir geschenkt werden gelähmt und nutzlos Sie hören jetzt wie ich mir selbst widerspreche Ich der ich Zufriedenheit mit einem bescheidenen Loose predigte und den Beruf der Holzhauer und Wasserschöpfer als einen Dienst Gottes darstellte — ich sein geweihter Diener bin fast wahnsinnig in meiner Ruhelosigkeit Nun gut Neigungen und Grundsätze müssen auf irgend eine Weise ausgesöhnt werden.“ Er verließ das Zimmer In dieser kurzen Stunde hatte ich mehr von ihm erfahren als in dem ganzen vorhergehenden Monat dennoch war er mir ein Räthsel Diana und Maria Rivers wurden trauriger und schweigsamer als der Tag näher kam wo sie ihren Bruder und ihre Heimath verlassen sollten Beide bemühten sich wie gewöhnlich zu erscheinen aber der Kummer mit dem sie zu kämpfen hatten war ein solcher der sich nicht ganz überwinden oder verbergen ließ Diana sprach es aus daß diese Trennung eine ganz andere sein würde als sie je vorher gekannt denn von Saint John mußten sie sich wahrscheinlich auf Jahre wenn nicht auf immer trennen “Er wird Alles seinen längst entworfenen Beschlüssen aufopfern — natürliche Neigung und noch mächtigere Gefühle “ sagte sie Saint John sieht ruhig aus Johanna aber er birgt ein Fieber in seinem Innern Man könnte ihn für sanft halten doch in einigen Dingen ist er unerbittlich wie der Tod und das Schlimmste ist daß mein Gewissen mir kaum gestatten will ihm von seiner strengen Entscheidung abzurathen gewiß ich kann ihn keinen Augenblick deshalb tadeln Es ist recht edel und christlich doch es bricht mir das Herz.“ Und Thränen strömten aus ihren Augen Maria neigte ihren Kopf über ihre Arbeit Wir sind jetzt ohne Vater bald werden wir auch ohne Heimath und Bruder sein “ flüsterte sie In diesem Augenblick ereignete sich ein kleiner Vorfall der absichtlich