durch eine solche Trägheit auf die Zukunft vorbereiten die ich mir vorgesetzt habe “ Diana 's und Maria 's gewöhnliche Antwort auf diese Frage war ein Seufzer und ein scheinbar trauriges Nachdenken von einigen Minuten Aber außer diesen häufigen Abwesenheiten fand noch eine andere Schranke für die Freundschaft mit ihm statt er schien eine zurückhaltende zerstreute und selbst brütende Natur zu sein Eifrig in seinen amtlichen Arbeiten tadellos seinem Leben und seinen Gewohnheiten schien er sich doch nicht jener geistigen Heiterkeit jener inneren Zufriedenheit erfreuen die die Belohnung jedes aufrichtigen Christen und jedes praktischen Philanthropen sein sollte Oft am Abend wenn er am Fenster saß und sein Schreibpult und seine Papiere vor sich hatte pflegte er mit Lesen oder Schreiben aufzuhören sein Kinn auf die Hand zu stützen und sich ich weiß nicht welchem Gedankengange zu überlassen daß derselbe aber stürmisch und aufregend war konnte man an dem häufigen Sprühen und an der wechselnden Erweiterung seines Auges sehen Ich denke überdies daß die Natur kein solcher Schatz der Wonne für ihn war wie für seine Schwestern Einmal und nur einmal daß ich es hörte sprach er einen mächtigen Sinn für den rauhen Reiz der Hügel und eine angeborne Neigung für das schwarze Dach und die rauhen Wände aus die er seine Heimath nannte aber es lag mehr Trübsinn als Vergnügen in dem Ton und den Worten worin er diese Empfindung an den Tag legte und nie schien er sich auf dem Moor wegen des besänftigenden Schweigens welches dort herrschte umherzutreiben — nie schien er die friedliche Wonne welche es gewähren konnte aufzusuchen oder dabei zu verweilen Unmittheilend wie er war verging einige Zeit ehe ich Gelegenheit hatte sein Gemüth zu ermessen Zuerst bekam ich einen Begriff von der Beschaffenheit desselben als ich ihn in seiner Kirche zu Morton predigen hörte Ich wollte ich könnte jene Predigt beschreiben aber es geht über meine Kraft Ich kann nicht einmal den Eindruck den sie auf mich hervorbrachte getreu wiedergeben Sie begann ruhig — und so weit Vortrag und Stimme gingen war sie auch bis zu Ende ruhig doch ein tiefgefühlter aber mächtig zurückgehaltener Eifer gab sich bald in der deutlichen Betonung und der kräftigen Rede zu erkennen die eine gedrängte concentrirte und zurückgehaltene Kraft ausdrückte Das Herz wurde getroffen der Geist in Erstaunen gesetzt durch die Macht des Redners doch keins von beiden beruhigt und besänftigt Durch das Ganze zog sich eine seltsame Bitterkeit eine Abwesenheit tröstender Milde strenge Anspielungen auf calvinistische Lehren — auf die Gnadenwahl die Praedestination und die Verwerfung waren häufig und jede Beziehung auf diese Punkte tönte wie ein Urtheilsspruch des jüngsten Gerichts Als die Predigt zu Ende war empfand ich anstatt mich besser ruhiger und erleuchteter zu fühlen eine unaussprechliche Traurigkeit denn es schien mir — ich weiß nicht ob es Andern auch so war — als sei die Beredtsamkeit der ich gehorcht hatte aus einer Tiefe entsprungen wo trübe Hefen der Täuschung lagen — wo sich stürmische Triebe unersättlichen Verlangens beunruhigenden Strebens regten Ich war gewiß dass