einem hoffnungslosen Herzen und einen ermatteten Körper erwarten konnte — mit sehr leiser und bebender Stimme — fragte ich ob man hier einer Dienerin bedürfe Nein sagte sie wir halten keine Dienerin Können Sie mir vielleicht sagen wo ich Beschäftigung irgend einer Art erhalten könnte fuhr ich fort Ich bin fremd und ohne Bekanntschaft an diesem Orte Ich wünsche Arbeit es ist gleich von welcher Art sie ist Aber es war nicht ihre Sache für mich zu denken und mir eine Stelle zu suchen wie verdächtig mußte überdies mein Ruf meine Lage und meine Erzählung erscheinen Sie schüttelte den Kopf es thue ihr leid mir keine Auskunft geben zu können und die weiße Thür schloß sich ganz leise und höflich aber sie schloß mich aus Wenn sie sie noch ein wenig länger offen gelassen so glaube ich würde ich um ein Stück Brod gebeten haben denn es war jetzt sehr weit mit mir gekommen Ich konnte es nicht über mich gewinnen in das schmutzige Dorf zurückzukehren wo sich überdies keine Aussicht zur Hülfe für mich zeigte Ich wäre viel lieber in einen Wald gegangen den ich in geringer Entfernung bemerkte und der mir mit seinem dichten Schatten ein einladendes Obdach darzubieten schien aber ich war so matt und schwach so aufgerieben von den Forderungen der Natur daß der Instinct mich trieb in der Nähe der Wohnungen zu verweilen wo es wenigstens möglich war einige Nahrung zu erhalten Die Einsamkeit war keine Einsamkeit — die Ruhe keine Ruhe — während der Geier des Hungers seine Krallen und seinen Schnabel in meine Seite drückte Ich näherte mich den Häusern ich verließ sie und kehrte wieder zurück um weiter zu wandern stets zurückgetrieben von dem Bewußtsein daß ich kein Recht habe etwas zu fordern — kein Recht Theilnahme an meiner trostlosen Lage zu erwarten Inzwischen rückte der Abend heran während ich so gleich einem verlorenen und halb verhungerten Hunde umherwanderte Als ich über ein Feld ging sah ich den Kirchthurm vor mir und eilte drauf zu In der Nähe des Kirchhofes und in der Mitte eines Gartens stand ein wohlgebautes wenn auch kleines Haus welches die Pfarrwohnung sein mußte Ich erinnerte mich daß Fremde die in einen Ort kommen wo sie keine Freunde haben und Beschäftigung suchen sich zuweilen an den Geistlichen wenden um ihnen Auskunft und Beistand zu gewähren Es ist das Amt des Geistlichen wenigstens mit Rath denen zu helfen welche sich selber zu helfen wünschen Ich schien etwas gleich einem Rechte zu haben hier Rath zu suchen Indem ich meinen Muth erneuerte und die schwachen Reste meiner Kraft sammelte ging ich darauf zu Ich erreichte das Haus und klopfte an die Küchenthür Eine alte Frau öffnete und ich fragte ob dies die Pfarrwohnung sei Ja Ist der Herr Prediger zu Hause Nein Wird er bald zurückkehren Nein er ist aus Weit Nicht so weit — nur etwa drei Meilen Er ist durch den plötzlichen Tod seines Vaters abgerufen worden Er ist jetzt in Marsh End und wird sehr wahrscheinlich noch