gern in dem Augenblicke eine Biene oder Eidechse geworden um passende Nahrung und dauernden Schutz hier zu finden Aber ich war ein menschliches Wesen und hatte die Bedürfnisse eines menschlichen Wesens ich durfte nicht verweilen wo sich Nichts fand um sie zu stillen Ich stand auf und blickte auf das Bette zurück welches ich verlassen Hoffnungslos für die Zukunft wünschte ich nur daß mein Schöpfer in jener Nacht es für gut gehalten hätte meine Seele von mir zu fordern während ich schlief und daß diese ermattete Gestalt durch den Tod von weiterem Kampfe mit dem Schicksale befreit nur ruhig sich auflösen und sich in Frieden mit dem Boden dieser Wildniß hätte mischen können Doch das Leben war noch in meinem Besitz mit allen seinen Forderungen seinen Leiden und Verantwortlichkeiten Die Bürde mußte getragen das Bedürfniß befriedigt das Leiden erduldet die Verantwortlichkeit erfüllt werden und ich machte mich auf den Weg Als ich den Wegweiser wieder erreichte folgte ich dem Wege der von der Sonne abführte die jetzt hoch und glühend am Himmel stand Nach keinem andern Umstande traf ich meine Wahl Ich ging eine lange Zeit weiter und als ich dachte es wäre fast genug und ich dürfe mich wohl der Ermattung hingeben die mich fast überwältigte — ich könne wohl diese heftige Anstrengung einstellen mich auf einen Stein niedersetzen den ich in der Nähe erblickte und mich ohne Widerstand der Gefühllosigkeit unterwerfen die Herz und Glieder erstarren machte — da hörte ich den Klang einer Glocke — einer Kirchenglocke Ich wendete mich nach der Richtung des Klanges und dort unter den romantischen Hügeln auf deren Wechsel und Aussehen ich seit einer Stunde nicht mehr geachtet erblickte ich ein Dörfchen und einen Kirchthurm Das ganze Thal zu meiner Rechten war mit Weiden Kornfeldern und Gehölz angefüllt und ein schimmernder Bach floß im Zickzack durch die wechselnden Schatten den Grün durch die reifenden Saaten das düstere Gehölz und die sonnige Wiese Durch das Rollen von Wagenrädern auf der Straße vor mir von meiner Betrachtung abgelenkt sah ich einen schwerbeladenen Wagen den Hügel herauf arbeiten und nicht weit hinter demselben bemerkte ich einen Mann der zwei Kühe trieb Menschliches Leben und menschliche Arbeit waren nahe Ich mußte weiter streben streben zu leben und mich anstrengen wie die Uebrigen Um zwei Uhr Nachmittags trat ich in das Dorf Am Ende der einzigen Straße war ein kleiner Laden vor dessen Fenster Brod lag Wie gern hätte ich ein Brod gehabt Vermöge dieser Erfrischung hätte ich vielleicht einige Kraft wieder erlangen können ohne dieselbe war es schwer weiter zu kommen Der Wunsch meine Kräfte zu stärken gab mir Muth sobald ich mich wieder unter Mitgeschöpfen sah Ich hielt es für entehrend auf der Straße eines Dorfes vor Hunger ohnmächtig zu werden Hatte ich denn nichts bei mir was ich für eins dieser Brode anbieten konnte Ich dachte nach Ich hatte ein kleines seidenes Tuch um den Hals gebunden ich hatte meine Handschuhe Ich wußte nicht wie man in der äußersten Noth zu handeln pflegt ich