und einsam nach Osten Westen Norden und Süden erstrecken sie durchschneiden alle das Moorland und das Haidekraut wächst hoch und wild bis an ihren Saum Doch zufällig könnte ein Wanderer vorüberkommen und ich wünsche nicht daß mich jetzt ein Auge sähe Fremde würden sich wundern daß ich hier zwecklos und verloren bei diesem Wegweiser verweile Man könnte mich befragen und ich vermöchte nur eine Antwort zu geben die unglaublich scheinen und Verdacht erregen würde Kein Band fesselt mich in diesem Augenblick an die menschliche Gesellschaft — kein Zauber keine Hoffnung ruft mich dahin wo meine Mitgeschöpfe sind — Niemand der mich sähe würde einen freundlichen Gedanken oder einen guten Wunsch für mich hegen Ich habe keine Verwandte als die allgemeine Mutter Natur ich will an ihre Brust eilen und Ruhe suchen Ich ging geradezu in das Haidekraut ich eilte zu einer Vertiefung die das braune Moor tief durchzog ich ging bis an die Kniee in dem hohen Kraute und fand endlich eine von Moos geschwärzte Granitklippe in einem verborgenen Winkel unter welcher ich mich niedersetzte Hohe Ufer umgaben mich die Klippe beschützte mein Haupt und über ihr war der Himmel Einige Zeit verging ehe ich mich selbst hier ruhig fühlte ich fürchtete wildes Rindvieh möchte in der Nähe sein oder ein Jäger oder Wilddieb mich entdecken Wenn ein Windstoß über die Einöde dahinfuhr blickte ich auf und fürchtete es komme ein Stier wenn ein Brachvogel pfiff glaubte ich es sei ein Mann Als ich aber meine Befürchtungen ungegründet fand und von dem tiefen Schweigen beruhigt wurde welches bei Anbruch der Nacht herrschte faßte ich Vertrauen Noch hatte ich nicht nachgedacht ich hatte nur gehorcht beobachtet gefürchtet jetzt bekam ich die Fähigkeit des Nachdenkens wieder Was sollte ich thun Wohin sollte ich gehen O unerträgliche Fragen da ich Nichts thun und nirgend hingehen konnte — da ich noch mit meinen ermatteten zitternden Gliedern einen weiten Weg zurücklegen mußte ehe ich eine menschliche Wohnung erreichen konnte — da ich kaltes Mitleid erflehen mußte ehe ich ein Obdach erhalten konnte da ich widerstrebendes Mitgefühl belästigen fast gewisse Weigerung zu erwarten hatte ehe man meine Erzählung anhören oder eines meiner Bedürfnisse befriedigen konnte Ich berührte das Haidekraut es war trocken und noch warm von der Hitze des Sommertages Ich sah nach dem Himmel er war rein ein freundlicher Stern funkelte gerade über der Schlucht Der Thau fiel aber nicht stark kein Lüftchen regte sich und die Natur schien mir gütig und wohlwollend ich dachte sie liebe mich ausgestoßen wie ich war und ich die ich von den Menschen nur Mißtrauen Zurückweisung und Beleidigung erwarten konnte hing mich an sie mit kindlicher Zärtlichkeit Für diese Nacht wenigstens wollte ich ihr Gast sein wie ich ihr Kind war meine Mutter nahm mich ohne Geld und ohne Belohnung auf Ich hatte noch ein Stück Brod das Ueberbleibsel von einem Brödchen welches ich für meinen letzten Pfennig am Mittage in einer Stadt gekauft durch die wir gekommen Ich sah hie und da reife Heidelbeeren unter dem Haidekraute schimmern