lebte bald in der einen Hauptstadt bald in der andern zuweilen in Petersburg öfter in Paris zuweilen in Rom Neapel und Florenz Mit reichlichem Gelde und dem Paß eines alten Namens versehen konnte ich mir meine Gesellschaft wählen und kein Kreis war für mich geschlossen Ich suchte mein Ideal eines Weibes unter englischen Ladies franzözische Comtessen italienischen Signoras und deutschen Gräfinnen Ich konnte es nicht finden Zuweilen glaubte ich eine flüchtige Secunde einen Blick zu erhaschen einen Ton zu hören eine Gestalt zu sehen die mir die Verwirklichung meines Traumes verkündete aber ich wurde sogleich enttäuscht und Du darfst nicht denken daß ich Vollkommenheit des Geistes oder der Person forderte Ich wünschte nur was sich für mich paßte nur den Gegensatz der Creolin und ich wünschte vergebens Unter allen fand ich nicht eine die ich wäre ich auch je so frei gewesen gewarnt wie ich war durch die Gefahr den Abscheu das Entsetzen unpassender Verbindungen hätte können auffordert mich zu heirathen Die fehlgeschlagene Hoffnung machte mich nachlässig und unstät Ich gab mich der Zerstreuung nie der Ausschweifung hin sie haßte ich und hasse sie stets Das war das Attribut meiner indianischen Messalina eingewurzelter Abscheu dagegen und gegen sie zügelte mich selbst im Vergnügen Jeder Genuß der an Ausschweifung grenzte schien mich ihr und ihren Lastern nahe zu bringen und ich mied ihn Doch konnte ich nicht allein leben und so versuchte ich es mit der Gesellschaft von Geliebten Die erste die ich wählte war Celine Varens ein anderer von den Schritten welche machen daß ein Mann sich verachtet wenn er sich ihrer erinnert Du weißt bereits was sie war und wie meine Verbindung mit ihr endete Sie hatte zwei Nachfolgerinnen Eine Italienerin Namens Giacinta und eine Deutsche Namens Clara die Beide für außerordentlich schön gehalten wurden Was war ihre Schönheit für mich in wenigen Wochen Giacinta war heftig und ohne Grundsätze und ich war ihrer in drei Monaten überdrüßig Clara war redlich und ruhig aber geistlos kalt und keiner lebhaften Eindrücke fähig also durchaus nicht nach meinem Geschmack Ich gab ihr eine hinreichende Geldsumme um sie in den Stand zu setzen ein gutes Geschäft anzufangen und war froh sie auf anständige Weise los zu werden Aber ich sehe es Deinem Gesichte an Johanna daß Du in diesem Augenblicke keine sehr günstige Meinung den mir fassest Du hältst mich für einen gefühllosen Wüstling von leckeren Grundsätzen nicht wahr Sie gefallen mir in der That nicht so sehr wie Sie mir sonst zuweilen gefielen mein Herr Schien es Ihnen nicht im Geringsten unrecht auf diese Weise zuerst mit der einen und dann mit der andern Geliebten zu leben Sie reden davon wie den einer ganz natürlichen Sache.” Es war mir auch so und es gefiel mir nicht Es war eine gemeine Art des Daseins ich würde nie wünschen dazu zurückzukehren Eine Geliebte zu dingen ist die nächste nächste Handlung die auf das Kaufen eines Sclaven folgt Beide sind oft von Natur und stets durch ihre Stellung untergeordnet und mit untergeordneten Wesen zu