in die Kinderstube zurück Du bist mein gutes Kind und lege Dich ein wenig nieder Ich bin nicht Ihr gutes Kind ich kann mich nicht niederlegen Schicken Sie mich bald in die Schule Mistreß Reed denn ich hasse das Leben hier Ich will sie in der That bald zur Schule schicken murmelte Mistreß Reed mit halber Stimme nahm ihre Arbeit auch und verließ hastig das Zimmer Ich war allein dort geblieben ich hatte das Feld gewonnen Es war die schwerste Schlacht die ich ausgefochten und der erste Sieg den ich errungen Ich blieb eine Weile auf dem Teppich stehen wo Herr Brocklehurst gestanden und erfreute mich in der Einsamkeit meiner Eroberung Zuerst lächelte ich bei mir selber und fühlte mich gehoben aber dieses lebhafte Vergnügen legte sich in mir mit den beschleunigten Schlägen meines Pulses Ein Kind kann keinen Streit ausfechten mit älteren Personen wie ich gethan kann seine wüthenden Gefühle nicht ungezügelt spielen lassen wie es bei mir geschehen war ohne später die Qual der Neue und eine erstarrende Gegenwirkung zu empfinden Ein brennender glühender Haufen Haidekraut wäre ein passendes Bild für meinen Geist gewesen als ich Mistreß Reed beschuldigte und ihr drohte Derselbe Haufen schwarz und ausgebrannt nach dem die Flammen erloschen würde eben so passend meine spätere Lage dargestellt haben als eine halbe Stunde des Schweigens und Nachdenkens mir den Wahnsinn meiner Handlungsweise und die Orte meiner verhaßten Lage zeigte Ich habe zum ersten Mal die Mache gekostet aromatisch wie warmer und würziger Wein erschien sie mir beim Hinunterschlucken aber der Nachgeschmack war metallartig und bitter und verursachte mir die Empfindung als sei ich vergiftet Gern wäre ich jetzt gegangen und hätte Mistreß Reed um Verzeihung gebeten aber ich wußte theils aus Erfahrung und theils aus Instinct daß sie mich nur mit doppelter Verachtung zurückweisen und jeden stürmischen Impuls meiner Natur wieder aufregen werde Ich wollte gern eine bessere Fähigkeit als die des heftigen Redens üben und gern Nahrung finden für weniger dämonische Gefühle als die des düstern Unwillens Ich nahm mein Buch es waren arabische Erzählungen setzte mich nieder und versuchte zu lesen Ich konnte keinen Sinn darin finden meine eigenen Gedanken schwammen immer zwischen mir und den Blättern die ich gewöhnlich so bezaubernd fand Ich öffnete eine Glasthür in dem Frühstückszimmer die Anpflanzung war ganz still rings umher herrschte der Frost ununterbrochen von Sonne oder Wind Ich bedeckte meinen Kopf und meine Arme mit dem Saum meines Kleides und ging in der ganz verlassenen Anpflanzung spazieren aber ich fand kein Vergnügen an den stillen Bäumen an den niedergefallenen Tannenzapfen den erfrorenen Ueberbleibseln des Herbstes an den röthlichen Blättern die frühere Winde auf einen Haufen zusammengeweht und die der Frost jetzt einer einzigen Masse erstarrt hatte Ich lehnte mich über die Pforte und blickte auf ein leeres Feld hinaus wo keine Schafe weideten und das kurze Gras erfroren und erblichen war Das Tageslicht war sehr grau und der Himmel sehr düster von Zeit zu Zeit fielen Schneeflocken nieder die auf dem harten Wege und dem unebenen