dann aß ich etwas was er mir anbot und war bald wieder völlig hergestellt Ich war im Bibliothekzimmer saß in seinem Sessel — er war ganz nahe Wenn ich jetzt ohne zu große Qual aus dem Leben scheiden könnte so wäre es gut für mich dachte ich “dann würde mir die Anstrengung erspart die Saiten meines Herzens zu sprengen indem ich sie aus den seinigen herausreiße Es scheint ich muß ihn verlassen Ich will ich kann ihn nicht verlassen ” Wie ist Dir jetzt Johanna ” Viel besser Herr es wird mir bald ganz wohl sein.” Koste den Wein noch einmal Johanna Ich gehorchte ihm dann setzte er das Glas auf den Tisch stand vor mir und sah mich aufmerksam an Plötzlich wendete er sich mit einem unartikulirten Ausruf voll leidenschaftlicher Aufregung ab ging rasch durchs Zimmer kehrte zurück und neigte sich zu mir nieder als wollte er mich küssen doch erinnerte ich mich daß Liebkosungen jetzt verboten waren Ich wendete also mein Gesicht ab und schob das seine zurück “Was wie ist dies ” rief er heftig O ich weiß Du willst Bertha Mason 's Gatten nicht küssen Du denkst meine Liebkosungen und Umarmungen gehören einer Andern ” Auf jeden Fall habe ich keinen Anspruch daran mein Herr Warum Johanna Ich will Dir die Mühe des vielen Sprechens ersparen und für Dich antworten weil ich schon ein Weib habe willst Du sagen Ist meine Vermuthung richtig “Ja.” Wenn Du so denkst mußt Du eine seltsame Ansicht von mir haben Du mußt mich als einen ränkevollen Wüstling betrachten als einen gemeinen und niedrigen Schuft der uneigennützige Liebe gezeigt hat um Dich in eine absichtlich gestellte Schlinge zu locken Dir die Ehre zu rauben und die Selbstachtung zu entziehen Was sagst Du dazu Ich sehe daß Du nichts sagen kannst für 's Erste bist Du noch matt und hast Mühe genug um Athem zu schöpfen für 's Zweite kannst Du Dich noch nicht gewöhnen mich anzuklagen und zu schmähen und überdies sind die Schleusen der Thränen geöffnet und sie würden hervorstürzen wenn Du viel sprächest auch hast Du keine Lust zu schelten und zu schmähen und eine Scene zu machen Du bedenkst wie Du handeln sollst — Du siehst an daß das Reden von keinem Nutzen ist Ich kenne dich ich bin auf meiner Hut.” Mein Herr ich wünsche nicht gegen Sie zu handeln ” sagte ich und meine unsichere Stimme warnte mich meinen Satz nicht zu vollenden Nicht in Deinem Sinne des Worts aber in meinem bist Du beschäftigt mich zu Grunde zu richten Du hast es so gut wie ausgesprochen daß ich ein verheiratheter Mann bin als einen verheiratheten Mann wirst Du mich meiden mir aus dem Wege gehen ja noch diesen Augenblick hast Du Dich geweigert mich zu küssen Du beabsichtigst mir gänzlich fremd zu werden unter diesem Dache nur als Adelens Gouvernante zu leben wenn ich je ein freundliches Wort zu Dir sagen wenn je ein freundliches Gefühl sich wieder zu mir neigt wirst Du sagen ““Dieser