Fensterscheiben Sieh nur fügte er hinzu indem er den Vorhang erhob es ist eine liebliche Nacht So war es Der halbe Himmel war rein und heiter die Wolken wurden von dem Winde der sich nach West gedreht hinweggetrieben und bildeten im Osten silberne Säulen Der Mond schien friedlich Nun Johanna wie ist Dir jetzt sagte Herr Rochester mir fragend in die Augen blickend Die Nacht ist heiter mein Herr und ich bin es auch Und Du willst diese Nacht nicht von Trennung und Kummer träumen sondern nur von glücklicher Liebe und segensreicher Vereinigung Die Erwartung wurde nur halb erfüllt ich träumte freilich nicht von Kummer aber auch eben so wenig den Freude denn ich schlief gar nicht Die kleine Adele in meinen Armen beobachtete ich den Schlummer der Kindheit so ruhig leidenschaftlos und unschuldig und wartete aus den kommenden Tag all mein Leben war wach und lebendig in mir Ich stand mit der Sonne auf Adele hing an mir als ich sie verließ ich küßte sie als ich ihre kleinen Hände von meinem Nacken losmachte weinte in seltsamer Aufregung über sie und verließ sie weil ich fürchtete mein Schluchzen möchte ihren Schlummer stören Sie schien das Abbild meines frühern Lebens zu sein und er dem ich jetzt begegnen wollte das furchtbare aber angebetete Abbild meiner unbekannten künftigen Tage Elftes Kapitel Sophie kam um sieben Uhr mich anzukleiden es währte sehr lange ehe sie diese Aufgabe vollendet hatte so lange daß Herr Rochester der wahrscheinlich wegen meines Ausbleibens ungeduldig wurde heraufschickte und fragen ließ warum ich noch nicht käme Sie befestigte gerade meinen Schleier den einfachen viereckigen Blondenschleier – mit einer Nadel in meinem Haar und ich entzog mich ihren Händen sobald ich konnte Warten Sie rief sie in französischer Sprache Sehen Sie doch in den Spiegel Sie haben noch keinen Blick hinein gethan Ich sah mich an der Thür um und erblickte eine geputzte und verschleierte Gestalt so ungleich meiner gewöhnlichen Erscheinung daß sie fast das Bild einer Fremden schien Johanna rief eine Stimme und ich eilte hinunter Am Fuß der Treppe wurde ich von Herrn Rochester empfangen Du zögerst sagte er und mein Gehirn steht vor Ungeduld in Flammen Er führte mich in das Speisezimmer sah mich von unten bis oben an und erklärte mich für schön wie eine Lilie und nicht nur für den Stolz seines Lebens sondern auch für den Wunsch seiner Augen Dann sagte er er könne mir nur zehn Minuten zum Frühstück Zeit lassen und klingelte Einer von seinen jüngst angenommenen Dienern trat ein Setzt John den Wagen in Stand Ja Herr Ist das Gepäck herunter gebracht Man bringt es gerade jetzt herunter Herr Geh Du in die Kirche und sieh nach ob der Prediger Wood und der Kirchendiener da sind dann kehre zurück und sage es mir Wie der Leser weiß lag die Kirche dicht vor dem Thor der Diener kehrte bald zurück Herr Wood ist in der Sakristei mein Herr und legt sein Chorhemd an Und der Wagen Die Pferde werden eben angeschirrt