des leeren Stuhles und des feuerlosen Kamins erkältete mich Als ich zu Bett gegangen war konnte ich eine lange Zeit nicht schlafen eine ängstliche Aufregung hatte sich meiner bemächtigt Der Wind wehte noch stark und schien ein dumpfes klagendes Wimmern zu übertäuben Ob es im Hause oder draußen war konnte ich anfangs nicht sagen aber es wurde zweifelhaft und unheimlich bei jeder Pause des Sturmes wieder hörbar Endlich glaubte ich zu entdecken dass es ein Hund sei der in der Ferne heule Ich war froh als der Ton aufhörte Als ich einschlief setzte sich in meinen Träumen der Gedanke an eine dunkle und stürmische Nacht fort Ich hegte auch im Traume den Wunsch bei Ihnen zu sein und empfand ein seltsames bedauerndes Bewußtsein daß eine Schranke uns trenne Während meines ersten Schlafes folgte ich den Windungen eines unbekannten Weges völlige Dunkelheit umgab mich der Regen strömte nieder ich hatte ein kleines Kind bei mir ein sehr kleines Geschöpf zu jung und schwach um zu gehen und welches in meinen kalten Armen vor Frost bebte und kläglich in mein Ohr wimmerte Es kam mir der als wären Sie eine weite Strecke auf dem Wege vor mir ich strengte jeden Nerv an Sie einzuholen und bemühte mich vergeblich Ihren Namen auszusprechen und Sie zu bitten stillzustehen aber meine Bewegungen waren gefesselt und meine Stimme verhallte in unartikulirten Tönen während Sie sich jeden Augenblick weiter und weiter entfernten Und diese Träume beschweren jetzt Deinen Geist während ich in Deiner Nähe bin Johanna Kleines nervöses Geschöpf vergiß das eingebildete Leid und denke nur an das wirkliche Glück Du sagst Du liebst mich Johanna ja das will ich nicht vergessen und Du kannst es nicht leugnen Diese Worte erstarben nicht in unartikulirten Tönen auf Deinen Lippen Ich hörte sie sanft und deutlich ein Gedanke vielleicht zu feierlich aber lieblich wie Musik Ich halte es für etwas Herrliches die Hoffnung zu haben mit Ihnen zu leben Eduard weil ich Sie liebe Liebst Du mich Johanna wiederhole es Ich liebe Sie Herr ich liebe Sie von ganzem Herzen Nun sagte er nach einem Schweigen von einigen Minuten es ist seltsam aber dieser Ausspruch hat meine Brust schmerzlich durchdrungen Und warum Ich glaube weil Du ihn mit so ernster religiöser Kraft ausgesprochen und weil Dein Blick wenn Du ihn zu mir aufschlägst einen erhabenen Glauben Wahrheit und Hingebung einschließt es ist als wäre ein Geist in meiner Nähe Sieh schelmisch aus Johanna Du verstehst es ja so gut nimm ein schlaues ärgerliches Lächeln an sage mir Du hassest mich reize und ärgere mich thue Alles nur rühre mich nicht ich möchte lieber zornig als traurig gestimmt sein Ich will Sie nach Herzenslust reizen und ärgern wenn ich meine Erzählung beendigt habe aber erst hören Sie mich zu Ende Ich glaubte Du hättest mir Alles gesagt Johanna Ich glaubte die Quelle Deiner Schwermuth in einem Traume gefunden zu haben Ich schüttelte den Kopf Was hast Du mir noch mehr zu sagen fuhr er fort Aber ich will nicht glauben