dann augenblicklich wieder in einer dunklen Wolkenschicht Der Wind schwieg auf eine Sekunde in der Nähe von Thornfield aber in weiter Ferne über Wald und Wasser ergoß sich ein wildes melancholisches Wehklagen es war traurig anzuhören und ich lief wieder fort Ich wanderte durch den Obstgarten und hob die Aepfel auf womit das Gras um die Baumstämme herum dicht übersäet war Ich beschäftigte mich damit die reifen von den unreifen auszulesen trug sie ins Haus und brachte sie in die Verrathskammer Dann begab ich mich in das Bibliothekzimmer um mich zu überzeugen ob das Feuer angezündet sei denn ich wußte daß Herr Rochester wenn es gleich Sommer war an einem so unfreundlichen Abend gern ein heiteres Feuer im Kamine sah wenn er heimkehrte Ja das Feuer war schon seit einiger Zeit angezündet und brannte gut Ich stellte seinen Lehnsessel in die Ecke des Kamins ich rollte den Tisch in die Nähe desselben zog den Vorhang zu und ließ die Lichter hereinbringen um gleich angezündet zu werden Noch ruheloser als ich diese Anordnungen vollendet hatte konnte ich nicht still sitzen noch auch im Hause bleiben eine kleine Uhr im Zimmer und die große Uhr in der Vorhalle schlugen zugleich zehn Wie spät es wird sagte ich Ich will zum Thor hinunterlaufen der Mond scheint von Zeit zu Zeit und ich kann eine gute Strecke auf den Weg hinaussehen Er kann jetzt kommen und wenn ich ihm begegne erspare ich mir einige Minuten der ungeduldigen Erwartung Der Wind rauschte heftig in den großen Bäumen die das Thor umgaben aber so weit ich zur Rechten und zur Linken auf den Weg hinaussehen konnte war Alles still und einsam außer den Wolkenschatten die in Zwischenräumen über denselben dahinzogen wenn der Mond hervorblickte war es nur eine lange blasse Linie auf der sich kein Punkt bewegte Eine kindische Thräne trübte mein Auge während ich hinausblickte eine Thräne der fehlgeschlagenen Hoffnung und Ungeduld beschämt darüber trocknete ich sie ab Ich verweilte der Mond schloß sich ganz in seine Kammer ein und zog einen Vorhang den richten Wolken zu die Nacht wurde dunkel und der Regen folgte dem Winde Ich wollte er käme Ich wollte er käme rief ich von hypochrondrischer Ahnung ergriffen Ich hatte seine Ankunft schon vor dem Thee erwartet jetzt war es dunkel was konnte ihn zurückhalten War ihm ein Unfall begegnet Das Ereigniß der letzten Nacht fiel mir wieder ein Ich erklärte es als ein warnendes Mißgeschick Ich fürchtete meine Hoffnungen seien zu glänzend um verwirklicht zu werden und ich hatte in der letzten Zeit so viel Segen erfahren daß ich mir einbildete mein Glück habe seinen Höhepunkt überschritten und müsse sich jetzt zum Untergang neigen Nun ich kann nicht in 's Haus zurückkehren dachte ich ich kann nicht am Kamin sitzen während er im ungünstigen Wetter draußen ist ich will lieber meine Glieder ermüden als die Qualen meines Herzens erdulden ich will ihm entgegen gehen Ich machte mich auf den Weg ich ging rasch aber nicht weit ehe ich eine Viertelmeile zurückgelegt