sehr getreues Portrait des Herrn Rochester Aber was lag ihr daran oder irgend sonst Jemanden außer mir Georgine näherte sich auch um es anzusehen Die andern Zeichnungen gefielen ihr sehr aber dies sei ein häßlicher Mann sagte sie Beide schienen überrascht von meiner Geschicklichkeit Ich erbot mich sie zu portraitiren und Jede saß mir zu einer Bleistiftzeichnung Dann brachte Georgine ihr Stammbuch zum Vorschein Ich versprach ihr ein Bild in Wasserfarben darin zu malen und dies versetzte sie sogleich in gute Laune Sie machte mir den Vorschlag zu einem Spaziergange im Park und ehe wir noch zwei Stunden aus gewesen waren hatte sie mich schon mit ihrem Vertrauen beehrt und mir den glänzenden Winter beschrieben den sie vor zwei Jahren in London zugebracht – die Bewunderung die sie dort erregt – die Aufmerksamkeit die ihr zu Theil geworden und es wurden sogar Anspielungen gewagt welche vornehme Eroberungen sie gemacht Im Verlaufe des Nachmittags und Abends wurden diese Andeutungen noch erweitert verschiedene zarte Unterhaltungen berichtet und sentimenale Scenen vorgestellt kurz ein Band eines Romans aus dem vornehmen Leben zu meinem Nutz und Frommen improvisirt Die Mitheilungen wurden von Tage zu Tage erneuert sie behandelten stets dasselbe Thema – sie selbst ihre Liebe und ihr Leid Es war seltsam daß sie nie davon ablenkte und von der Krankheit ihrer Mutter von dem Tode ihres Bruders oder den gegenwärtigen traurigen Aussichten der Familie sprach Ihr Geist schien völlig mit Erinnerungen früherer Heiterkeit und mit dem Streben nach künftigen Zerstreuungen angefüllt zu sein Sie brachte jeden Tag etwa fünf Minuten und nicht länger im Krankenzimmer ihrer Mutter zu Elise sprach noch immer wenig sie hatte offenbar keine Zeit dazu Ich sah nie eine geschäftigere Person als sie zu sein schien doch war es schwer zu sagen was sie that oder vielmehr irgend einen Erfolg ihres Fleißes zu entdecken Sie hatte einen Wecker um recht früh aufzustehen Ich weiß nicht wie sie sich vor dem Frühstück beschäftigte aber nach dieser Mahlzeit theilte sie ihre Zeit in regelmäßige Portionen und jede Stunde hatte ihre Aufgabe Dreimal täglich studirte sie ein kleines Buch welches wie ich später fand als ich es ansah das allgemeine Gebetbuch war Ich fragte sie einst was in diesem Buche das Anziehendste für sie sei und sie antwortete das Register Drei Stunden stickte sie mit Goldfaden auf den Rand eines viereckigen karmoisinrothen Tuches fast groß genug zu einem Teppich Als ich nach dem Gebrauche dieses Gegenstande fragte benachrichtigte sie mich es sei eine Altardecke für eine kürzlich in der Nähe von Gateshead erbaute Kirche Zwei Stunden widmete sie ihrem Tagebuche zwei Stunden arbeitete sie selber im Küchengarten und eine verwendete sie zur Anordnung ihrer Rechnungen Sie schien keiner Gesellschaft und keiner Unterhaltung zu bedürfen Ich glaube sie war auf ihre Weise glücklich diese Routine reichte für sie bin und Nichts war ihr unangenehmer als irgend ein Ereigniß welches sie nöthigte ihr regelmäßiges Uhrwerk abzuändern Eines Abends sagte sie mir als sie ungewöhnlich zur Mittheilung aufgelegt war John 's Betragen und der drohende Untergang