in Lowood mit ihr Das Fieber brach dort aus und Viele von den Schülerinnen starben Sie aber starb nicht aber ich sagte sie wäre gestorben – ich wollte es wäre geschehen “ „Ein seltsamer Wunsch Mistreß Reed warum hassen Sie sie denn so “ „Ich hatte immer einen Widerwillen gegen ihre Mutter denn sie war meines Mannes einzige Schwester und er liebte sie sehr er widersetzte sich der ganzen Familie als man sie wegen ihrer niedrigen Verbindung verleugnete und als die Nachricht von ihrem Tode kam weinte er wie ein Simpel Das Kind mußte herbeigebracht werden obgleich ich ihn bat es lieber anderswo auferziehen zu lassen und für seinen Unterhalt zu zahlen Ich haßte es von dem ersten Augenblicke an wo ich es sah – ein kränkliches weinerliches Ding Es wimmerte die ganze Nacht in der Wiege – schrie nicht wie ein anderes Kind aus voller Kehle sondern stöhnte und klagte nur Reed hatte Mitleid mit dem Kinde beschäftigte sich mit ihm und sorgte dafür wie für sein eigenes ja noch mehr denn seine eigenen beachtete er in dem Alter gar nicht Er versuchte meinen Kindern freundschaftliche Gefühle gegen die kleine Bettlerin einzuflößen aber die lieben Engel vermochten es nicht und er war ärgerlich über sie wenn sie ihren Widerwillen zeigten In seiner letzten Krankheit ließ er es beständig an sein Bett bringen und eine Stunde vor seinem Tode mußte ich ihm das Versprechen geben das Geschöpf aufzuerziehen Eben so gut hätte er mir einen Balg aus dem Findelhause aufbürden können aber er war schwach von Natur John gleicht seinem Vater durchaus nicht und es ist mir lieb John gleicht mir und meinen Brüdern – er gleicht Gibson O ich wollte er quälte mich nicht mehr mit seinen Briefen worin er beständig Geld verlangt Ich kann ihm kein Geld mehr geben denn wir werden arm Ich muß die Hälfte der Diener fortschicken und einen Theil des Hauses verschließen oder vermiethen Ich kann mich nicht dazu entschließen – und doch wie sollen wir uns durchbringen Zwei Dritttheile meines Einkommens nehmen die Zinsen in Anspruch John spielt schrecklich und verliert immer – der arme Junge er ist von Betrügern umgeben John ist gesunken und verstorben – sein Blick ist schrecklich – ich schäme mich seiner wenn ich ihn sehe Sie wurde sehr aufgeregt „Ich denke es ist besser ich verlasse sie jetzt “ sagte ich zu Bessie die auf der andern Seite des Bettes stand „Sie haben wohl Recht Miß aber gegen die Nacht spricht sie oft so – am Morgen ist sie ruhiger.“ Ich stand auf „Warte “ rief Mistreß Reed „ich möchte noch etwas sagen Er droht mir – beständig droht er mir mit seinem oder meinem Tode und zuweilen träumt mir ich sähe ihn daliegen mit einer großen Wunde im Halse oder mit einem geschwollenen und geschwärzten Gesichte Ich sehe mich auf's Aeußerste getrieben und habe schwere Sorgen Was ist zu thun Wie ist bas Geld anzuschaffen “ Bessie versuchte sie jetzt zu überreden einen beruhigenden Trank zu nehmen