die instinctmäßige Gewißheit daß sie mich nicht lange mit sich unter einem Dache dulden würde denn wenn ihr Blick sich auf mich richtete drückte er mehr als je eine unüberwindliche und eingewurzelte Abneigung aus Offenbar nach ihrem Befehle bandelnd sprachen Elise und Georgine so wenig als möglich mit mir John drückte die Junge gegen seine Wange wenn er mich sah und versuchte mich zu bestrafen aber da ich mich augenblicklich von derselben Empfindung tiefen Hasses und verzweifelter Empörung aufgeregt die durch die frühere üble Behandlung veranlaßt worden zur Wehr setzte so hielt er es für besser davon abzustehen lief mit Verwünschungen davon und behauptete ich hätte ihm das Nasenbein zerbrochen Ich hatte ihm freilich einen so heftigen Schlag als meine Knöcheln auszutheilen vermochten auf diesen vorragenden Gesichtstheil versetzt und als ich sah daß entweder dieser Schlag oder mein Blick ihn erschreckte empfand ich die größte Neigung meinen Vortheil noch weiter zu verfolgen aber er war schon bei seiner Mama Ich hatte wie er in plärrendem Ton seine Erzählung begann das die garstige Johanna Eyre wie eine wilde Katze auf ihn zugefahren doch wurde er ziemlich rauh unterbrochen Rede mir nicht von ihr John ich sagte Dir Du solltest nicht in ihre Nähe kommen sie ist der Beachtung nicht werth Ich wünsche nicht daß Du oder Deine Schwestern sich mit ihr einlassen Hier lehnte ich mich über das Treppengeländer und plötzlich und ohne Ueberlegung die Worte aus Sie sind nicht werth daß ich mich mit ihnen einlasse Mistreß Reed war eine wohlbeleibte Frau doch als diese seltsame und kühne Erklärung hörte lief sie rasch die Treppe hinauf riß mich wie ein Wirbelwind mit sich in die Kinderstube fort drückte mich auf den Rand meines Bettes nieder und gebot mir mit nachdrücklicher Stimme den ganzen Tag nicht von der Stelle aufzustehen oder eine Sylbe zu sprechen Was würde Onkel Reed sagen wenn er noch am Leben wäre war meine fast unwillkürliche Frage Ich sage meine fast unwillkürliche Frage denn es schien als ob meine Zunge diese Worte ohne meine Einwilligung aussprach und als rede etwas in mir worüber ich keine Gewalt hatte Was sagte Mistreß Reed in leisem Tone ihr gewöhnliches kaltes und ruhiges graues Auge wurde unruhig und nahm fast einen Ausdruck der Furcht an sie ließ meinen Arm los und sah mich an als wisse sie in der That nicht ob ich ein Kind oder ein böser Geist sei Ich habe jetzt das Eis gebrochen und fuhr fort Mein Onkel Reed ist im Himmel und kann Alles sehen was Sie thun und denken eben so auch Papa und Mama sie wissen daß Sie mich den ganzen Tag eingeschlossen haben und meinen Tod wünschen Mistreß Reed faßte sich bald wieder sie schüttelte mich heftig versetzte mir eine Ohrfeige auf jede Wange und verließ mich ohne ein Wort zu reden Bessie füllte den Zwischenraum mit einer stundenlangen Strafpredigt aus worin sie mir unzweifelhaft bewies daß ich das gottloseste und verworfenste Kind sei das je unter einem Dache erzogen worden Ich glaubte ihr