ein weißes Betttuch gehüllt vor ihm auf dem Tische lag ein großes offenes Buch und an seiner Seite stand Amy Eshton in Herrn Rochester 's Mantel die auch ein Buch in der Hand hielt Es klingelte Jemand den man nicht sah und Adele die darauf bestanden der Gesellschaft ihres Vormundes anzugehören eilte vor und streute den Inhalt eines Blumenkorbes den sie am Arme trug am Boden aus Dann erschien die herrliche Gestalt der Miß Ingram in weißem Kleide einen langen Schleier über den Kopf gezogen und einen Blumenkranz um die Stirn An ihrer Seite ging Herr Rochester und sie näherten sich zusammen dem Tische Sie kniete nieder während Mistreß Dent und Louise Eshton die ebenfalls weiß gekleidet waren ihre Stellung hinter ihnen einnahmen Eine pantomimisch dargestellte Ceremonie folgte die man leicht als eine Trauung erkannte Als dieselbe zu Ende war beriethen sich Oberst Dent und seine Gesellschaft leise einige Minuten und dann rief der Oberst „Bride “ Braut Herr Rochester verneigte sich und der Vorhang fiel Eine beträchtliche Zeit verging ehe er wieder aufgezogen wurde Die zweite Scene stellte ein sorgfältiger vorbereitetes Schauspiel dar als die erste Wie ich schon vorher bemerkt war das Gesellschaftszimmer um zwei Stufen höher als das Speisezimmer und auf der obern Stufe ein oder zwei Schritte weiter ins Zimmer zurück zeigte sich ein großes marmornes Becken welches ich für eine Zierrath aus dem Gewächshause erkannte wo es gewöhnlich von ausländischen Pflanzen umgeben stand und von Goldfischen bewohnt war und von wo man es wegen seiner Größe und Schwere nur mit einiger Mühe dorthin konnte gebracht haben Neben dem Becken sah man Herrn Rochester in Shawls gehüllt und einen Turban auf dem Kopfe auf dem Teppich sitzen Seine dunklen Augen und seine gelbe Gesichtsfarbe standen sehr gut zu dem Kostüm und er war ein wahres Modell eines orientalischen Emir Gleich darauf erschien Miß Ingram Auch sie war nach orientalischem Kostüm gekleidet trug eine rothe Schärpe um die Taille ein gesticktes Tuch um die Schläfen geknüpft Ihre schön gebildeten Arme waren bloß und der eine erhoben um graziös einen Wasserkrug auf ihrem Kopfe zu unterstützen Sowohl ihre Gestalt als ihre Züge ihre Gesichtsfarbe und ihr allgemeines Aussehen veranlaßten zu der Idee daß sie eine israelitische Prinzessin aus der Zeit der Patriarchen darstelle und dies war auch ohne Zweifel der Charakter den sie erwählt hatte Sie näherte sich dem Becken und neigte sich über alles so als fülle sie ihren Krug und hob ihn dann wieder auf den Kopf Die Person in der Nähe der Quelle schien sie zureden und eine Bitte an sie zu richten Sie beeilte se nahm ihren Krug herunter setzte ihn auf ihre Hand und gab ihm zu trinken Dann zog er aus dem Busen seines Gewandes ein Kästchen hervor öffnete es und zeigte prächtige Armbänder und Ohrringe sie schien erstaunt und verwundert niederkniend legte er die Schätze zu ihren Füßen Entzücken und Ungläubigkeit drückten sich in ihren Geberden aus der Fremde befestigte die Armbänder an ihren Armen und die Ringe an ihren Ohren