was sie zu thun hat Niemand weiß es besser “ versetzte Lea bedeutungsvoll „doch möchte nicht Jede in ihre Schuhe treten um all das Geld welches sie bekommt.“ „Gewiß nicht “ war die Antwort „Es soll mich wundern ob der Herr –“ Als die Frau sich weiter aussprechen wollte wendete sich Lea um bemerkte mich und gab ihrer Dienstgenossin einen Stoß mit dem Ellbogen „Weiß sie es nicht hörte ich die Frau flüstern Lea schüttelte den Kopf und die Unterhaltung verstummte natürlich Alles was ich daraus erfahren hatte war daß ein Geheimniß in Thornfield herrschte und daß ich absichtlich von der Theilnahme an demselben ausgeschlossen werde Der erwartete Donnerstag kam Alle Arbeit war am vorhergehenden Abend vollendet worden Teppiche waren hingelegt Vorhänge befestigt glänzend weiße Decken ausgebreitet die Toilettentische geordnet die Möbeln abgerieben die Vasen mit Blumen gefüllt und Zimmer und Salons sahen so frisch und glänzend aus wie menschliche Hände sie nur machen konnten Auch die Vorhalle war gescheuert und das große geschnitzte Uhrgehäuse sowie die Stufen und Geländer der Treppe so glänzend wie Glas polirt Am Speisezimmer strahlte der Seitentisch von Silbergeschirr und im Gesellschaftszimmer und Boudoir schimmerten auf allen Seiten Vasen mit ausländischen Blumen Der Nachmittag kam Mistreß Fairfax legte ihr bestes schwarzseidenes Kleid ihre Sandschuhe und ihre goldene Uhr an denn es war ihr Geschäft die Gesellschaft zu empfangen die Damen in ihre Zimmer zu führen u s w Auch Adele wollte angekleidet sein obgleich ich es nicht für wahrscheinlich hielt daß sie an dem Tage in die Gesellschaft werde eingeführt werden Ihr zu Gefallen erlaubte ich indeß ihr eins von ihren kurzen und vollen Mousselinkleidern anzuziehen Was mich betraf so war es nicht nöthig mich umzukleiden denn es stand nicht zu erwarten daß man mich auffordern werde das Heiligthum meines Schulzimmers zu verlassen denn ein Heiligthum war es für mich geworden ein sehr angenehmer Zufluchtsort in einer stürmischen Zeit Es war ein milder und heiterer Frühlingstag gewesen einer von jenen Tagen die gegen Ende des März oder zu Anfang des April sich als Vorboten des Sommers über die Erde erheben Er nahte sich jetzt seinem Ende aber der Abend war warm und ich saß bei offenem Fenster im Schulzimmer bei meiner Arbeit „Es wird spät “ sagte Mistreß Fairfax in rauschendem Staat eintretend „Es ist mir lieb daß ich das Mittagsessen eine Stunde nach der von Herrn Rochester bestimmten Zeit bestellt habe denn es ist jetzt schon sechs Uhr Ich habe John zum Thor hinuntergeschickt um zu sehen ob auf dem Wege etwas zu bemerken ist denn man kann von dort weit nach Millcote hinsehen Sie ging zum Fenster „Da ist er “ sagte sie lehnte sich hinaus und rief „Nun John was gibt’s Neues “ „Sie kommen Madame “ war die Antwort „Sie werden in zehn Minuten hier sein.“ Adele eilte zum Fenster Ich folgte stellte mich aber auf die Seite so daß ich vom Vorhange geschützt sehen konnte ohne gesehen zu werden Die zehn Minuten die John angegeben schienen sehr lang aber endlich