vorgekommen und bedenke nur seine Worte in der letzten Nacht — seine Stimme “ Ich dachte an dies Alles Sprache Blick und Ton schienen in dem Augenblick lebhaft erneuert zu werden Ich war jetzt im Schulzimmer Adele zeichnete ich neigte mich über sie und leitete ihren Bleistift Sie blickte fast erschrocken auf und fragtet „Was ist Ihnen Mademoiselle Ihre Finger zittern wie ein Blatt und Ihre Wangen find roth ja roth wie Kirschen.“ „Das Blut ist mir vom Bücken in den Kopf gestiegen Adele “ antwortete ich Sie fuhr zu zeichnen und ich zu denken fort Ich beeilte mich den verhaßten Gedanken aus meinem Geiste zu verbannen der mir hinsichtlich Gratia Poole's eingefallen war denn er ekelte mich an Ich verglich mich mit ihr und fand daß wir sehr verschieden waren Bessie Leaven hatte gesagt ich sei eine vollkommene Dame und sie hatte die Wahrheit gesprochen ich war eine Dame Und überdies sah ich jetzt viel besser aus als da Bessie mich gesehen hate ich hatte mehr Farbe und mehr Fleisch mehr Leben und Lebhaftigkeit weil ich glänzendere Hoffnungen und höhere Genüße hatte „Der Abend naht sich “ sage ich zu mir selber als ich zum Fenster hinblickte „Ich habe heute weder Herrn Rochester 's Stimme noch seinen Schritt im Pause gehört aber gewiß werde ich ihn vor der Nacht sehen Ich fürchtete eine Begegnung am Morgen jetzt wünsche ich sie denn meine Erwartung ist so lange getäuscht worden daß ich mich ungeduldig fühle.“ Als die Dämmerung wirklich eintrat und Adele mich verließ um mit Sophie in der Kinderstube zu spielen wünschte ich die Begegnung lebhaft Ich horchte auf die Glocke die unten läuten sollte ich horchte auf Lea die mit einer Nachricht heraufkommen sollte zuweilen glaubte ich Herrn Rochester 's eigenen Tritt zu hören wendete mich zur Thür und erwartete daß sie sich öffnen und ihn einlassen würde Die Thür blieb geschlossen es drang nur Dunkelheit durch das Fenster herein Doch es war noch nicht spät er ließ mich oft noch um sieben oder acht Uhr rufen und es war erst sechs Gewiß sollte ich diesen Abend nicht gänzlich getäuscht werden da ich ihm so Vieles zu sagen hatte Ich wollte das Gespräch wieder auf Gratia Poole lenken und hören was er antworten würde ich wollte ihn geradezu fragen ob er wirklich glaube daß sie es gewesen die in ver letzten Nacht einen so teuflischen Versuch gegen sein Leben gemacht und wenn es der Fall warum er ihre Bosheit verschwiegen halte Es lag wenig daran ob meine Neugierde ihn ärgerte ich kannte das Vergnügen ihn abwechselnd zu reizen und wieder zu besänftigen ich fand ganz besonderen Geschmack daran und ein sicherer Instinct verhinderte mich stets zu weit zu gehen über die Grenze hinaus wagte ich mich nie versuchte aber meine Geschicklichkeit gern bis zu der äußersten Scheidelinie Während ich die kleinste Form des Respects und der Schicklichkeit beobachtete die meine Stellung mir vorschrieb konnte ich ihm dennoch ohne Furcht oder unruhigen Zwang begegnen dies gefiel ihm und mir Endlich