hat Hoffentlich wird er sich nicht auf dem Sopha in den Bibliothek erkälten u s w Auf dieses Gespräch folgte ein Geräusch welches durch Scheuern und durch Wegrücken des Bettes hervorgebracht wurde als ich aber an dem Zimmer vorüberkam und zum Mittagessen gehen wollte sah ich durch die offene Thür daß die Ordnung vollständig wieder hergestellt war nur das Bett war seiner Vorhänge beraubt Lea stand in der Fenstervertiefung und rieb die vom Rauche getrübten Fensterscheiben ab Ich war im Begriff sie anzureden denn ich wünschte zu wissen welche Erklärung von der Sache gegeben worden aber als ich weiter ging erblickte ich noch eine zweite Person in dem Gemache und dies war ein Frauenzimmer welches neben dem Bette auf einem Stuhle saß und Ringe an neue Vorhänge nähte Dieses Frauenzimmer war keine andere als Gratia Poole Dort saß sie ruhig und schweigend wie gewöhnlich in ihrem Kleide von braunem Wollenzeug ihrer gewürfelten Schürze weißer Haube und weißem Tuche Sie schien so sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt als ob dieselbe alle ihren Gedanken in Anspruch nehme Auf ihrer harten Stirn und in ihren gewöhnlichen Zügen war Nichts von der Blässe over Verzweiflung zu sehen die man auf dem Gesichte eines Frauenzimmers hätte erwarten sollen welches einen Mordversuch gemacht und dessen beabsichtigtes Opfer ihr in der letzten Nacht bis in ihre Höhle gefolgt war und ihr wie ich glaubte das Verbrechen zur Last gelegt welches sie hatte ausführen wollen Ich war erstaunt und verlegen Sie blickte auf während ich sie noch ansah kein Stutzen keine Zu oder Abnahme der Farbe verrieth Aufregung Bewußtsein der Schuld oder Furcht vor Entdeckung Sie sagte in ihrer gewohnten phlegmatischen und kurzen Weise „Guten Morgen Miß “ nahm einen andern Ring und mehr Zwirn und fuhr zu nähen fort „Ich will sie auf die Probe stellen “ dachte ich „eine solche Undurchdringlichkeit geht über alle Begriffe.“ „Guten Morgen Gratia “ sagte ich „Ist hier etwas geschehen Ich meinte ich hätte vor einer Weile die Dienerinnen zusammen reden hören.“ „Der Herr las in der letzten Nacht im Bette er ließ das Licht brennen als er einschlief und die Vorhänge fingen Feuer aber zum Glück erwachte er ehe sich die Decke oder das Holzwerk entzündete und löschte die Flamme mit dem Wasser in seiner Waschschaale.“ „Eine seltsame Geschichte “ sagte ich leise und fuhr fort indem ich sie fest ansah „Weckte Herr Rochester Niemand Hörte Niemand wie er sich bewegte “ Sie erhob die Augen wieder zu mir und diesmal schien sie sich getroffen zu fühlen Sie beobachtete mich aufmerksam und antwortete dann „Die Dienerinnen schlafen so weit entfernt wie Sie wissen so daß sie es nicht leicht hören konnten Das Zimmer von Mistreß Fairfax und das Ihrige sind dem unseres Herrn am nächsten Miß aber Mistreß Fairfax sagt sie habe Nichts gehört Wenn die Leute alt werden haben sie oft einen schweren Schlaf.” Sie schwieg und fuhr dann mit angenommener Gleichgültigkeit aber in bedeutungsvollem und markirten Tone fort „Aber Sie sind jung Miß und haben wahrscheinlich einen leichten