fast sichtbare Worte bebten auf seinen Lippen aber seine Stimme blieb stumm Noch einmal gute Nacht mein Herr Hier ist von keiner Schuld von keiner Wohlthat von keiner Last oder Verpflichtung die Rede Ich wußte daß Sie mir einst auf irgend eine Weise einen guten Dienst leisten würden fuhr er fort ich sah es in Ihren Augen als ich Sie zuerst erblickte ihr Ausdruck und Lächeln er hielt inne und fuhr dann rascher fort erfüllten nicht umsonst mein innerstes Herz mit Wonne Die Leute reden von natürlichen Sympathieen ich habe von Schutzgeistern gehört es liegt etwas Wahres in dem albernsten Mährchen Meine liebe Retterin gute Nacht Seine Stimme hatte eine seltsame Kraft und sein Blick ein seltsames Feuer Es ist mir lieb daß ich gerade wachte sagte ich und wollte dann gehen Wie Sie wollen gehen Ich empfinde Frost mein Herr Frost ja und Sie stehen in einem Wasserpfuhl So gehen Sie denn Johanna Aber er hielt meine Hand noch immer fest und ich konnte sie ihm nicht entziehen da fiel mir ein Mittel ein Ich glaube ich höre Mistreß Fairfax sich regen mein Herr sagte ich Nun so verlassen Sie mich sagte er ließ meine Hand los und ich eilte fort Ich erreichte mein Lager wieder dachte aber nicht daran einzuschlafen Bis der Morgen dämmerte wurde ich aus einer hohen und unruhigen See umhergeworfen wo Wogen des Aufruhrs neben Wogen der Freude rollten Zuweilen glaubte ich jenseits des wilden Wassers eine Küste zu erblicken so lieblich wie ein Hügel von Beulah und von Zeit zu Zeit trug ein erfrischender Wind von der Hoffnung erweckt meinen Geist triumphirend zu jenem Ziele hin Aber ich konnte es in der Phantasie nicht erreichen ein ungünstiger Wind wehte mir vom Lande entgegen und trieb mich beständig zurück Der Verstand widersetzte sich dem Wahn das Urtheil warnte die Leidenschaft Zu fieberhaft um zu ruhen stand ich auf sobald der Tag graute Ende des ersten Theils Erstes Kapitel Ich wünschte und fürchtete zugleich Herrn Rochester an dem Tage zu sehen der auf diese schlaflose Nacht folgte ich hätte gern seine Stimme gehört doch scheute ich mich seinem Auge zu begegnen Während der ersten Stunden des Morgens erwartete ich jeden Augenblick seinen Eintritt Er kam gewöhnlich nicht häufig in das Schulzimmer doch erschien er zuweilen auf einige Minuten und es war mir als müsse er es an diesem Tage besuchen Aber der Morgen verging wie gewöhnlich es geschah Nichts was Adelens Studien unterbrach nur bald nach dem Frühstück hörte ich eine Bewegung in der Nähe den Herrn Rochester 's Thür die Stimmen der Mistreß Fairfax Lea 's und der Köchin dies war nämlich John 's Frau und auch John 's eigene tieferen Töne Ich vernahm folgende laute Bemerkungen Welch ein Glück daß der Herr nicht in seinem Bett verbrannt ist Es ist immer gefährlich in der Nacht ein Licht brennen zu lassen Welch eine glückliche Fügung der Vorsehung daß er Geistesgegenwart genug hatte um an den Wasserkrug zu denken Es wundert mich daß er Niemand geweckt