an Fleisch und Stärke Und war Herr Rochester jetzt haßlich in meinen Augen Nein Leser Dankbarkeit und vielfache Ideenverbindungen die zugleich angenehm und genial waren machten sein Gesicht zu dem Gegenstande der mir am Besten gefiel seine Gegenwart im Zimmer war erheiternder als das hellste Feuer Doch ich hatte seine Fehler nicht vergessen und konnte es auch in der That nicht denn er brachte sie mirbeständig vor Augen Er war stolz sarkastisch und rauh gegen Niedrigkeit jeder Art und in meinem geheimsten Gedanken hielt ich mich überzeugt daß seine große Güte gegen mich durch ungerechte Strenge gegen viele Andere aufgehoben werde Er war auch ohne sichtbaren Grund mißmuthig und mehr als einmal wenn er mich rufen ließ um ihm vorzulesen sah ich ihn seinen Kopf auf seinen über einander geschlagenen Armen ruhend in seiner Bibliothek sitzen und wenn er aufblickte verdunkele ein mürrischer fast boshafter Blick seine Züge Aber ich glaubte daß seine Verstimmung seine Rauhheit und seine früheren Fehler ich sage seine früheren denn jetzt schien er sie abgelegt zu haben ihre Quelle in einem grausamen Schlage des Schicksals gehabt Ich glaubte er sei von Natur ein Mann von besserem Streben höheren Grundsätzen und reinerem Geschmack gewesen als die Umstände in ihm entwickelt die Erziehung ihm eingeflößt oder wozu das Geschick ihn ermuthigt Ich glaubte es seien vortreffliche Materialien in ihm obgleich sie für jetzt ein wenig verdorben und verwirrt waren Ich kann nicht leugnen daß ich an seinem Kummer Theil nahm von welcher Art er auch sein mochte und viel darum gegeben hätte ihn zu besänftigen Obgleich ich jetzt mein Licht ausgelöscht und mich zu Bette gelegt hatte konnte ich doch nicht schlafen weil ich an seinen Blick dachte als er in dem Baumange will gestanden und gesagt wie sein Geschick sich vor ihm erhoben und ihm trotz geboten in Thornfield glücklich zu sein “Warum nicht ” fragte ich mich selbst was entfremdet ihn seinem Hause Wird er es bald wieder verlassen Mistreß Fairfax sagte er bleibe zur Zeit selten länger als vierzehn Tage und er ist jetzt schon acht Wochen hier gewesen Wenn er geht wird die Veränderung kläglich sein Wenn er den Frühling den Sommer und Herbst abwesend wäre wie freudelos würde die Sonne und die schönen Tage scheinen Ich weiß nicht ob ich nach diesem Nachdenken geschlafen habe oder nicht auf jeden Fall wurde ich durch ein undeutliches eigenthümliches und schauerliches Gemurmel erweckt welches gerade über meinem Kopfe zu entstehen schien Ich wünschte ich hätte mein Licht brennen lassen die Nacht war sehr dunkel und mein Geist niedergedrückt Ich richtete mich im Bette auf und horchte Die Töne verstummten Ich versuchte wieder einzuschlafen aber mein Herz schlug ängstlich meine innere Ruhe war gebrochen Unten in der Vorhalle schlug die Uhr zwei Gerade in dem Augenblick war es mir als werde die Thür meines Zimmers berührt wie wenn Finger darüber hinstreiften und den Weg durch die dunkle Gallerie suchten Wer ist da ” sagte ich aber es antwortete Nichts und ich erbebte vor Furcht Plötzlich fiel