in London bin « »Darüber kann ich Ihnen wol nicht genügenden Aufschluss geben doch glaube ich dass bei der ganzen Sache nicht das Geringste zu fürchten ist da die Familie Marthon nur mit Legaten und nicht mit der Erbschaft bedacht ist « sagte Herr Rochester wahrscheinlich nur um mich augenblicklich zu beruhigen In demselben Augenblicke öffnete ein Diener die Thür und rief »Herr Advokat Bright « Ich schob die Stüle zusammen und wollte mich eben entfernen als Herr Brigth ins Empfangszimmer trat und die Bitte an mich richtete kurze Zeit hier zu verweilen indem meine Anwesenheit unumgänglich nothwendig wäre Meine Verwirrung war so groß dass ich für den Augenblick gar nichts zu antworten wusste Herr Bright hätte mich sicher nicht in Verlegenheit gebracht wenn er allein gekommen wäre In seiner Begleitung befanden sich aber ein junger Mann und zwei Damen die mit dem ersteren eine so sprechende Ähnlichkeit hatten dass Bruder und Schwestern nicht zu verkennen war Es drängte sich meinem Herzen eine Gewissheit auf die mich auf das Unangenehmste berührte denn ich erkannte in den Fremden jene Personen welche sich so urplötzlich zwischen mich und mein Glück drängten So lange du arm und verlassen warst sagte ich zu mir selbst wollte sich auf der ganzen weiten Erde niemand finden der mit dir verwandt gewesen wäre und jetzt wo das Glück dir zu lächeln scheint finden sich deren gleich mehrere Indessen hatte Herr Bright die Fremden vorgestellt und den Zweck ihres Besuches erörtert Ich war freundlich mit meinen neuen Kousinen ja vielleicht auch herzlich ohne dass ich es wusste Hätte ich ihre Bekanntschaft zu einer andern Zeit gemacht so würde ich vielleicht hocherfreut darüber gewesen sein so nahe Verwandte gefunden zu haben von denen weder meine Ältern noch Mistreß Reed je Erwähnung gethan hatten Allein in dem gegenwärtigen Augenblicke ware mir ein Verwandter ganz und gar ungelegen gekommen vielweniger deren drei Martha und Elisa waren bemüht meine Gunst zu erlangen während ihr Bruder mit Herrn Rochester eifrig verkehrte und ich muß gestehen dass bereits nach einer Stunde Beide einen vollkommenen Sieg über mich errungen hatten Besonders liebenswürdig und Zutrauen einflößend war Elisa die jüngere von den Schwestern Aus ihrem Munde erfuhr ich dass sie mit ihrer Mutter die schon seit vier Jahren Witwe war erst vor zwei Jahren aus der neuen Welt nach England übersiedelt und sich zu Lowton niedergelassen hatten Ihr Vater der auch ein Bruder meiner Mutter gewesen ist lebte durch viele Jahre in Filadelfia und unterhielt mit seinem Bruder eine eifrige Korrespondenz aus welcher später eine Geschäftsverbindung hervorging die in Folge irriger Ansichten sich zerschlug und später in solche Feindschaft umsetzte dass sich die Brüder einander gar nicht mehr kennen wollten woher es auch gekommen sein mag dass die Marthon’sche Familie von dem Onkel zu New-York fast ganz übergangen wurde Die Schlichtung meiner Angelegenheit forderte die Gegenwart der Marthonischen Familie weshalb dieselbe vielleicht ganz gegen ihren Willen bei vier Wochen sich aufhalten mußte Wir besaßen in Westminster eine große und sehr bequeme Wohnung die von Herrn Rochester