den letzten Stunden Ihres Lebens irgendwie behilflich sein so sprechen Sie ich bin bereit für Sie Alles selbst das größte Opfer zu bringen.« »Ich zweifle nicht Jane dass diese Worte aus Deinem versöhnlichen und gefühlvollen Herzen gekommen sind und somit will ich Dich von dem in Kenntnis setzen was mein Herz belastet und mein Gewissen beruhiget.« »Als mein Mann in den letzten Zügen lag versprach ich dem Sterbenden mit Hand und Mund seinen letzten Willen genau zu vollziehen und in den getroffenen Bestimmungen seine letztwillige Anordnung zu ehren Hiernach solltest Du in meinem Hause nicht nur erzogen sondern auch meinen eigenen Kindern gleichgehalten werden Dein Onkel bedachte Dich in seinem Testamente mit zweitausend Pfund die ich Dir ganz widerrechtlich entzog Ich hatte Dich also in meiner Verblendung nicht nur verstoßen sondern auch um Dein Erbtheil gebracht »Beruhigen Sie sich liebe Tante « sagte ich im versöhnlichen Tone »Ja beiden Fällen ist für mich nicht der geringste Nachtheil hervorgegangen Sie hatten es zwar übel mit mir gemeint allein Gott hat Alles zu meinem Besten gefügt.« »Ich danke Dir herzlich Du gute Seele für Deinen versöhnlichen Sinn « sagte hierauf Mistreß Reed »Gott wird das eine Unrecht gut machen das ich an Dir begangen habe und meiner Seele den letzten Trost nicht versagen Doch habe ich Dir noch nicht Alles mitgetheilt was von mir unternommen worden war um Dich zu vernichten und Dein Glück hier auf Erden zu untergraben.« »Zu Johanni waren es drei Jahre als mir durch das englische Konsulat zu Neu-York ein Schreiben zugestellt worden war in welchem mich Deiner Mutter Bruder Thomson Ehre ausforderte demselben über Deinen Aufenthalt Aufschluss zu geben indem er ein großes Vermögen besitze vor zwei Jahren seine Frau und das einzige Kind durch den Tod verloren habe und Dich somit als sein eigenes Kind adoptiren wolle und somit solltest Du einst die alleinige Erbin seines ganzen und eben nicht unbeträchtlichen Vermögens werden.« Hier hielt Mistreß Reed einige Sekunden inne gleichsam als wollte sie neue Kräfte sammeln und fasste mich scharf ins Auge »Und was thaten Sie liebe Tante « fragte ich voll brennender Neugierde »Was ich that « sagte Mistreß Reed mit gebrochener Stimme »ich schrieb dem Onkel dass Du schon vor einigen Jahren gestorben seiest darum möge er sein Vermögen würdigeren Leuten zuwenden »Um des Himmels willen liebe Tante halten Sie ein« Das haben das konnten Sie nicht gethan haben « rief ich mit bitterem Schmerz »Und doch ist es so « sagte hierauf Mistreß Reed mit kaum vernehmbarer Stimme »Darum scheue Dich nicht im geringsten und thue Deinem Herzen keinen Zwang an Verfluche mich in den tiefsten Abgrund der Hölle nenne mich eine Rabenmutter ein Gespenst ans dem Schattenreiche sage dass ich eine Bundesgenossin des Teufels und seiner finsteren Mächte bin — sage was Dir Dein von Hass und Rache erfülltes Herz in den Mund legt denn der Fluch den Du gegen mich schleuderst trifft mich und mein Haus in gerechter Weise.« Nach diesen Worten welche Mistreß Reed mit aller Anstrengung gesprochen hatte