Bewegung die mir deutlich genug sagte dass sie ihre Töchter nicht sehen wolle So weit ist es schon in unseren Tagen gekommen sagte ich zu mir selbst dass sterbende Mütter ihre eigenen Kinder meiden und diese nicht einmal eine Thräne oder ein tröstendes Wort für diejenige haben der sie doch die Erhaltung ihres Lebens verdanken Mir wurde bei diesem Gedanken ganz unheimlich und die im hohlen Tone an mich gerichteten Worte der Kranken waren nicht im entferntesten geeignet dieses Gefühl des Schmerzes und der Unerquicklichkeit von mir zu verbannen »Ich habe nie eine Neigung zu Dir gehabt « sagte Mistreß Reed mit gebrochener Stimme weiter und hasste Dich schon bevor Du noch mein Haus betreten hattest ohne mir hierüber Rechenschaft geben zu können Aus diesem Grunde mag Dir manches Unrecht widerfahren sein doch hoffe ich dass Du mir nicht zürnen sondern einer Sterbenden in der letzten Stunde ihres Lebens verzeihen wirst.« »Ja liebe Tante « sagte ich mit gebrochenem Herzen »ich verzeihe Ihnen jetzt mündlich wie ich Ihnen im Herzen schon längst verziehen habe.« Es ist mein Wunsch dass Du so lange bei mir bleibst bis sich mein Geist von der irdischen Hülle getrennt hat Sage dies meinen Töchtern und gehe denselben mit einem guten Rathe an die Hand so oft sie dessen bedürfen Verlass mich jetzt denn ich bedarf der Ruhe morgen habe ich noch mehr mit Dir zu sprechen Ich gehorchte An der Thür traf ich Bessie welche beschlossen hatte die Nachtwache bei der Kranken zu übernehmen da ich durch die Beschwerden der Reise zu ermüdet war und somit ließ ich mir eines der freien Zimmer im Schlosse öffnen gab die nothwendigen Befehle für die Unterkunft meiner Sachen — kurz ich ergriff die Zügel des Regimentes da die Töchter des Hauses dies unter ihrer Würde fanden Am nächsten Morgen war ich bei Zeiten aus um mich nach dem Zustande der Tante zu erkundigen Ich fand sie im Verhältnis zum gestrigen Vormittag eben nicht unruhiger oder schwächer wie Bessie der Meinung war Mistreß Reed verlangte mit mir allein zu bleiben weshalb sich Bessie entfernte »Jane « sagte nach einigen Augenblicken Mistreß Reed ich habe zwei Dinge auf dem Herzen die mein Gewissen belasten und meine Seele wie Feuer brennen.« »Beruhigen Sie sich liebe Tante und vertrauen Sie auf Gott Er wird Trost in Ihr Herz gießen und Ihrer Seele Kraft und Ausdauer verleihen damit Sie den großen Kampf des Todes würdig und mit Ergebung in seinen göttlichen Willen bestehen.« »Ja « sagte Sie hierauf mit bewegter Stimme »ja Du hast Recht mein Kind Kraft und Ausdauer und den Seelentrost habe ich vonnöthen um mein Herz ganz vor Dir auszuschütten und mein Unrecht zu bereuen das ich an Dir begangen hatte Ich bemerkte den großen Kampf der in ihrem Herzen vorging und dessen sie Meister werden wollte bevor sie mir das Geheimnis anvertrauen wollte das ihr Herz und ihr Gewissen belastete Darum ergriff ich das Wort und sprach »Fassen Sie Vertrauen zu mir liebe Tante Kann ich Ihnen noch in