einem geträumten Glücke in dem Hause ihrer Tante verlebte Da öffnete sich plötzlich die Thür Jane zitterte am ganzen Körper und der Angstschweiß überzog ihre Stirn gleich als ob sie ein Verbrechen der größten Art verübt hätte »Nicht hier « rief eine ihr wohlbekannte Stimme vor welcher das Mädchen zu erbeben allerdings Ursache hatte denn es war die Stimme ihres ärgsten Feindes im Hause Wahrscheinlich hatte sie John schon im ganzen Hause gesucht um an dem harmlosen Wesen wieder einmal seinen Übermut zu kühlen »Wo mag die kleine Hexe wol sein« rief John »Ich habe sie auf dem Korridor und in der Küche gesucht ich habe alle Gemächer durchstöbert aber nirgends ist sie zu finden Aber Du sehe zu« rief jetzt John im vollsten Zorne und indem er die Faust seiner Rechten zu einem gewaltigen Schlag ballte »wenn ich Dich in meine Hand bekomme Ich will Dich lehren mit mir Verstecken spielen.« Jane sass gleich einer Marmorbildsäule am Fenstersitze und getraute sich kaum Athem zu holen während John halb nach dem Zimmer halb nach außen gewendet seinen Schwestern rief zu deren Ohren aber sein erster Ruf nicht dringen wollte da die Thür der Kinderstube fest verschlossen war »Lizzi Georgi « rief John jetzt aus vollem Halse »Kommt doch und helft mir die Kleine aufsuchen Gewiss ist das lose Mädchen in den Regen hinausgegangen um im Schnee und Regenwasser ihren Ärger abzukühlen.« Jane hatte gar nicht bemerkt dass sich seit einer Stunde ihres Hierseins das Wetter gebrochen und der von Westen hertreibende Sturm Schnee und Regen gebracht habe Sie war froh die Draperie der Fensternische so sorgfältig geordnet zu haben dass es nicht leicht möglich wurde hinter derselben sein auserlesenes Opfer zu wittern Dazu wäre John mit seinem schwachen Verstande auch gar nicht geeignet gewesen Er hätte Jane eher an allen Orten nur hier nicht vermuthet Indessen steckte Eliza den Kopf durch die Thür und fragte den Bruder was es wol gebe dass er so eilig und dringend nach den Schwestern verlange »Die Kleine suche ich« entgegnete John »und kann sie nirgends finden.« »Die wird so weit nicht sein« erwiderte hierauf das scharfsinnige Mädchen »Gewiss sitzt sie auf dem Fenster und sucht ihren Schlupfwinkel durch die Draperie zu verbergen.« Eliza hatte noch nicht ausgesprochen so stürzte John gegen den Vorhang um sein Opfer aus dem Verstecke hervorzuholen Aber ehe es noch dem Knaben gelang den Vorhang zu öffnen trat Jane hervor und fragte mit festem und bestimmten Tone »Was willst Du von mir Werde ich vor Dir nirgend Ruhe finden « »Hörst Hörst Du Schwester « rief jetzt John mit zorniger Stimme »wie mir das Bettelkind entgegnet Mir dem Sohne des Hauses dem Sohne ihrer Wohlthäterin dem sie alles zu verdanken hat « Bei diesen Worten hatte sich John in einen Armstul geworfen der jenem verhängnisvollen Fenster gegenüber stand »Du sollst hieher kommen und das augenblicklich Ich befehle es Dir « Ich sah das Bedenkliche meiner Lage ein und überdachte in dem Augenblicke was wol hier am gerathensten sein könnte Da