Reigen indem er der verwittweten Lady Ingram den Arm bot Sie war eine Dame von hohem schlanken Wuchse in den Jahren zwischen dreißig und vierzig und hatte erst auf dem Schlosse Toilette gemacht Nicht minder liebenswürdig als die Mutter waren ihre beiden Töchter Else und Mary wovon die eine sechzehn die andere siebzehn Sommer zählte Mary war eine Blondine von ausgezeichnet feinem Teint trug die Haare kurz gerollt und in ein goldenes Netz gehüllt Das weiße Kleid mit dem auf blauem Grund gestickten Silbergürtel erhöhte deren schlanken Wuchs und verlieh der niedlichen Gestalt einen besonderen Reiz Noch interessanter war Elisa Das glänzend schwarze Haar und die über den blendend weißen Nacken rollenden Locken verliehen der ohnehin reizenden Phisiognomie noch mehr Ausdruck und Anmut Das Haar war mit frischen Rosen durchflochten welche durch zitternde Nadeln von edlem Gestein gehalten wurden und das himmelblaue Seidenkleid wurde durch einen goldenen Gürtel geziert der noch überdies mit zwei flatternden Goldschleifen versehen war Beide erschienen in Begleitung ihres Oheims Oberst Dent welcher nebst Herrn Rochester Lady Ingram zu Pferd begleitet hatte Diesen folgte Frau Obristin Dent am Arm eines Gentleman Ihr Aussehen war weniger glänzend doch schien sie eine Dame von besonders feinem Anstande zu sein Sie war von mittlerer Größe etwas dickleibig und trug ein schwarzes mit feinen Spitzen geputztes Atlaskleid und ihr Schmuck bestand aus großen orientalischen Perlen nebst einer Broche von Brillanten Der Fächer war zwar prachtvoll doch etwas altmodisch und harmonirte mit jenen der übrigen Damen nicht im geringsten Jetzt kam Lady Scrif am Arme ihres Gatten einst Parlamentsmitglied für Millcote Sie war eine Dame von etwa dreißig Jahren und durch ihre Schönheit wie durch ihren Reichthum bekannt indem nach dem Tode ihres Vaters der einer der reichsten Fabriksherren zu London gewesen sein soll ein unermessliches Vermögen auf die einzige Erbin überging Das blasse Gesicht und die sanften Züge waren der Ausdruck ihrer besonderen Freundlichkeit und Herzensgüte Sie trug ein prächtiges changirendes Seidenkleid mit breiten Blonden und einer Echarpe von gleichen Spitzen Das Haar war mit einer Schmetterlingsblume von Brillanten und einer azurblauen Feder geschmückt und um den Hals trug sie eine einfache Perlenschnur mit einem kleinen Medaillon Den Zug schlossen nebst mehreren älteren und jüngeren Herren Mistreß Eglie mit ihrer Tochter Amy die etwa zwanzig Jahre alt sein konnte und nichtsdestoweniger als schön genannt zu werden verdient Was ihr von der Natur an äußeren Reizen versagt worden war das ersetzte ihr hervorragender Verstand und die seltene Bildung die sie genossen hatte Amy war so wie ihre Mutter am einfachsten gekleidet Das weißmusselinene Kleid und der hellblaue Gürtel standen ihr gut weniger passend für sie schien mir das gold und silbergeknüpfte Netz worein ihre feuerrothen kurzgeschnittenen Haare geschlagen waren denn dazu schien sie mir zu wenig jugendlich wiewol in England solche Netze selbst von älteren Fräuleins getragen werden Mistreß Eglin war eine Dame von nahe an vierzig Ihre Haltung war fest und der Ausdruck ihres Gesichtes trug die Spuren von Leidenschaftlichkeit und Stolz an sich Für den ersten Augenblick glaubte ich