dass er morgen um vier Uhr früh Thornfield verlassen werde um nach Manchester zu reisen indem seine Gegenwart durch das Falliment des Hauses Grannert daselbst nothwendig geworden sei John mußte sogleich nach Hay fahren um für morgen einen Separatwagen zu bestellen woran Herr Rochester von mir Abschied nahm und Adelen meiner Obhut und Fürsorge empfahl »So wären wir nun wieder allein « sagte Mistreß Fairfax als ich mit der Kleinen an ihr Zimmer kam um daselbst das Frühstück zu nehmen »Also ist Herr Rochester heute Morgens wirklich abgereist « fragte ich etwas neugierig »Das ist gewiss « sagte Mistreß Fairfax »Wann hätte Herr Rochester sein Wort nicht gehalten « »Ist er also ein Mann von so festem Karakter und so konsequent in seinen Handlungen dass dem Worte die That auf dem Fuße folgt « fragte ich weiter »So wie Sie sehen Miß hat es Herr Rochester eben bewiesen « war die Antwort von Mistreß Fairfax »Ich dächte sein leidender Zustand würde ihn am Ende doch von dieser Reise abhalten sobald er denselben in Erwägung ziehen wird.« »Da kennen Sie unsern Herrn noch viel zu wenig Da er es einmal gesagt hat so hätte er selbst mit einem Beine die Reise angetreten sobald es mit zweien eben nicht gegangen wäre.« Am Schlusse dieser Worte hatte ich mich von meinem Sitze erhoben nahm Adelen bei der Hand die meinem Beispiele bereits gefolgt war und empfahl mich Mistreß Fairfax freundlichem Andenken So angenehm der kurze Aufenthalt des Herrn Rochester war da durch seine Gegenwart doch einiges Leben aufs Schloss gebracht wurde eben so eintönig verstrichen die Tage Wochen und Monate nach seiner Abreise Während seiner Abwesenheit war nicht ein Brief weder an mich noch an Mistreß Fairfax gekommen und somit war uns sein Aufenthalt gänzlich fremd falls er Manchester verlassen haben sollte Das Wort »Manchester« war für mich ein Magnet von besonderer Zugkraft Und warum sollte jene Stadt für mich von minderem Interesse als selbst für jeden Fremden gewesen sein Wo gäbe es einen Menschen auf Erden dem seine Vaterstadt sowie sein Vaterland nicht theuer und von größter Wichtigket wäre Auch mir war die Vaterlandsliebe gleich jedem andern getreuen Unterthanen ins Herz geschrieben und somit dürfte hierin ein Entschuldigungsgrund liegen wenn das heiße Verlangen meine Vaterstadt zu sehen an die ich nur schwache Erinnerungen zu knüpfen vermögend war jetzt mehr als sonst in mir auftauchte Ich hatte keine Jugend da ich mich an Salford sowie an das Haus meiner Ältern nur schwach erinnern konnte In dem Hause meines Oheims schien mich eine rosige Jugend zu erwarten allein Mistreß Reed wusste unter die keimenden Rosen solche Dornen zu mengen deren Stich für mich in der Folge unerträglich wurde Nun kam ich nach Lowood wo mir zwar persönlicher Schutz und die große Wohlthat zu Theil wurde zu einem Mädchen herangebildet zu werden das fähig ist sich sein Fortkommen selbst zu sichern allein die Jugend wie sie hundert und tausend andern Kindern gegönnt ist war von meiner Lebenstafel für immer gestrichen Der Mensch ist doch ein