Nachricht von der Ankunft des Herrn Rochester einen erschütternden Eindruck gemacht konnte ich doch nicht wissen ob meine Leistungen seinen Erwartungen entsprechen und ob überhaupt meine Einfachheit sowie meine Grundsätze die ich mir bei der Erziehung seiner Mündel zur Richtschnur genommen hatte dessen Genehmigung erlangen werden Undank war noch in den meisten Fällen das Loos eifriger und gewissenhafter Lehrer und Erzieher Machen die Schüler Fortschritte welche den Ältern genügen so werden diese günstigen Resultate dem Fleiße und dem besonderen Talente der Kinder allein zugeschrieben und der Lehrer oder Erzieher ist hierbei nur Nebensache bleibt aber der Schüler in Folge seiner Faulheit und Trägheit oder seiner persönlichen Abneigung gegen jeden Unterricht im Lernen zurück dann wird die Schuld niemand andern als dem Lehrer oder Erzieher aufgebürdet Während ich mich mit diesen und ähnlichen Gedanken beschäftigte und das Los eines Lehrers und Erziehers nichtsdestoweniger als beneidenswert fand vernahm ich plötzlich das Wiehern eines Pferdes und bald darauf große Geschäftigkeit im unteren Stockwerke Gerne recht gerne hätte ich mich von der Ursache jener auffallenden Veränderung überzeugt allein mir fiel noch früh genug ein dass die Neugierde nicht nur ein hässlicher Fehler sondern auch eine sträfliche Leidenschaft sei und somit suchte ich dieselbe nach Kräften zu zügeln Dabei war mein Verstand keineswegs so beschränkt und meine Urtheilskraft so schwach dass ich nicht hätte ahnen können was vorgefallen sei Da aber Vermuthungen noch immer keine Gewissheit sind so mußte ich in dieser peinlichen Ungewissheit so lange verharren bis mich Mistreß Fairfax zum Thee rufen ließ den ich jeden Abend in ihrer Gesellschaft und auf ihrem Zimmer zu nehmen pflegte Meine Überraschung war keine geringe als ich in Mistreß Fairfax Zimmer trat Und dasselbe leer fand Auf dem runden Tische der sich in der Mitte des Zimmers befand stand ein einfaches Wachslicht dessen verkohlter Docht der lebendige Zeuge war dass man die Kerze schon vor geraumer Zeit müsse angezündet haben Die rosige Glut im Kamin war bereits gedämpft da sich keine bereitwillige Hand gefunden hatte das Feuer öfter anzuschüren Ohne mich lange zu besinnen übernahm ich für heute dieses Geschäft des Sprüchwortes eingedenk dass Arbeit zu keiner Zeit den Menschen schände Während ich noch in voller Thätigkeit begriffen war trat Mistreß Fairfax mit den Worten ins Zimmer »Dem Himmel sei’s gedankt dass ich mich endlich ein wenig ausschnaufen kann « Bei diesen Worten erhob ich mich aus meiner zusammengekauerten Stellung am Kamin während sich die sichtlich erschöpfte Frau in einen vor dem Tische stehenden Lehnstul geworfen hatte um sich ein wenig auszuruhen »Das freut mich Sie hier zu treffen « rief Mistreß Fairfax und streckte mir die Hand zum freundlichen Willkommen entgegen »Wissen Sie dass Herr Rochester vor ungefähr zwei Stunden auf dem Schlosse angekommen ist « sagte sie jetzt mit dem Ausdrucke der größten Freude »Nein « sagte ich voll Verwunderung »Von diesem freudigen Ereignisse habe ich noch keine Silbe vernommen.« »Denken Sie sich welch ein Unfall dem guten Herrn begegnet ist In der Aue bei Hay strauchelte sein sonst so sicheres Ross da es