uns entgegen und in demselben Augenblicke standen wir im Finstern Die Magd entschuldigte sich ergriff meine Hand und zog mich hinter sich her Nach einem kurzen aber unsicheren Gange öffnete sie eine Thür und ich stand in einem geräumigen äußerst freundlichen Zimmer Eine ältliche Dame saß auf einem altmodischen Lehnstul vor einem runden Tische der in der Nähe des Kamines stand wo die Flamme hoch aufloderte und mit ihren Wärmestralen bereits das ganze Zimmer erfüllt hatte Bei meinem Eintritte erhob sich die Dame von ihrem Sitze indem sie das Strickzeug aus den Tisch legte und die Brille gegen die Stirn schob »Gott zum Gruß mein wertes Fräulein « sagte die Alte indem sie mir freundlich die Hand entgegenstreckte »Sie werden bei dem argen Wetter viel Ungemach auf der Reise erlitten haben und ganz erstarrt sein« Bei diesen Worten schob sie einen Stul gegen den Kamin vor und hieß mich Platz nehmen »Wahrscheinlich Mistreß Fairfax « fragte ich etwas verlegen »Ja die bin ich Aber setzen Sie sich doch « Bei diesen Worten wollte sie mir Shawl Mantel und Hut abnehmen weshalb ich einige Schritte zurücktrat und für diese besondere Aufmerksamkeit mit freundlichen Worten dankte Nachdem ich abgelegt hatte ließ ich mich auf den angebotenen Sitz neben dem Kamin nieder und rieb mir ein wenig die Hände da meine Finger vor Kälte ganz starr waren Mistreß Fairfax gab der Magd den Auftrag meine Sachen in das zweite Zimmer daneben zu bringen und da selbst alles zu meiner Bequemlichkeit in Bereitschaft zu halten Die Magd war eben im Begriffe wegzugehen als ihr Mistreß Fairfax zurief »Noch eins liebe Lea Vor Allem bringe den Thee auf mein Zimmer und vergiss auf die Honigbrödchen nicht denn Miß Reed wird wol Hunger haben.« »Nicht sehr « war meine Antwort »Aber eine Schale Thee könnte nach meiner Meinung nicht schaden « entgegnete hierauf Mistreß Fairfax »Der Trank wird Sie erwärmen und Ihnen einen sanften Schlaf bereiten.« Mistreß Fairfax rieb sich bei diesen Worten die Hände nahm die Brille gänzlich ab und ließ sich lächelnd auf ihren Stul nieder Jn demselben Augenblicke vernahm ich ein Geräusch und zwei funkelnde Augen die wie der Blitz leuchteten stralten mir aus der Ecke des Zimmers entgegen Es war Mistreß Fairfax’s Lieblingskatze welche durch mich in ihrer Ruhe gestört sich von ihrem Lager erhob die Glieder mächtig reckte und miauend zu ihrer Beschützerin herangeschlichen kam Diese gab dem Verlangen des Thieres nach nahm die Katze auf den Schooß und deckte einen Theil der Schürze über deren Kopf damit das verwöhnte Thier von der stralenden Glut nicht geblendet werde »Sehen Sie das ist meine einzige Gesellschafterin hier auf dem Schlosse « nahm jetzt Mistreß Fairfax das Wort »Wie « sagte ich verwundert »Ist Miß Fairfax nicht zugegen « »Sie meinen Miß Varens « fiel mir Mistreß Fairfax in die Rede »Ihren künftigen Zögling « »Ja wol ist sie zugegen Sie bewohnt mit ihrer Banne einer Schweizerin die Zimmer im Gange links und hat sich bereits schon zur Ruhe begeben.« »Ah so ist