nicht möglich ist John in Ruh zu lassen.« Jane konnte vor Thränen und Schluchzen nicht sprechen Sie ließ sich in der Fensternische auf einen Stuhl nieder zog ihr Sacktuch aus dem Kleide um sich Augen und Wangen abzutrocknen während die ganze Gesellschaft ohne ein Wort zu sagen das Zimmer verließ um sich zur Pforte des Schlosses zu begeben wo bereits zwei muthige Rosse mit den Vorderfüßen beständig im Sande scharrten da sie des langen Wartens schon überdrüssig zu sein schienen Das Knallen der Peitsche und das Rollen der Räder sagten der tiefbetrübten Jane dass der Wagen bereits abgefahren sei Es kann nicht geleugnet werden dass Jane über den Muthwillen ihres Kousins höchst entrüstet war aber es schmerzte das Mädchen auch auf eine unnennbare Weise durch die Zügellosigkeit und die Bosheit John 's um ein Vergnügen gebracht worden zu sein dem sie schon lange Zeit mit Sehnsucht entgegengesehen hatte Allein es geht uns und vielen andern Personen oft um kein Haar anders Wir grämen uns oft bei einem eingetretenen Unfalle oder bei einem über uns hereingebrochenen Unglücke ohne zu bedenken ob eben dieser Unfall oder dieses Unglück uns und unserem ganzen Hause nicht zum Nutzen gereichen könne.« In solchen Fällen die weisen Rathschlüsse Gottes zu erkennen kommt uns und manchem Anderen nicht in den Sinn So mag es auch heute Jane ergangen sein Sie hielt diesen Unfall für ein großes Unglück und kränkte sich nicht wenig darüber dass das Schicksal so schonungs und rücksichtslos mit ihr verfahre Als aber der Abend heranrückte ward Jane vom Gegentheile überzeugt und pries den Augenblick glücklich wo ihr von dem zügellosen und boshaften John eine solche Schmach zugefügt worden war dass sie an der Vergnügungsfahrt nicht theilnehmen konnte Ein fremder Wagen fuhr in den Schlosshof auch der Kutscher und die Pferde waren Jane die eben durch 's Fenster nach dem Schlosshofe blickte ganz fremd Jane lief zur Bessie um sie hiervon in Kenntnis zu setzen dass eine fremde Kutsche an der Pforte gehalten habe als der alte Doriel ganz athemlos die Treppe heraufkroch um die Bessie zu rufen Welch eine Ueberraschung als Bessie sich dem Wagen genähert hatte Mistreß Reed lag in demselben und ein Fremder ihr zur Seite der sie unablässig zu stützen suchte Die gute Frau hatte den Kopf verbunden und trug den rechten Arm in der Schlinge welcher gebrochen war Die Pferde waren scheu geworden der Kutscher konnte die muthigen Thiere nimmer bändigen kam zu nahe an einen Graben und warf um Die Kinder waren jämmerlich zerschlagen und zerschunden und Mistreß Reed hatte nebst einem Beinbruch noch mehrere Kopfwunden davongetragen Auf Jane hatte das Unglück welches die Tante getroffen hatte einen großen Eindruck gemacht selbst Eliza und Georgiana dauerten sie nur die Unbilden welche John erlitten hatte konnten dem Mädchen nicht das geringste Mitleid abnöthigen Über ihn meinte sie sei die gerechte Strafe gekommen und was den losen Jungen begegnet sei für die verruchten Bubenstücke die er schon in Unzahl verübt hatte viel zu wenig gewesen Wochen waren verstrichen bis Mistreß Reed