aus festem Eichenholz gelegt hatte und nur meiner harrte um zu öffnen Da diese altmodische Thür mit dicken Eisenbändern beschlagen und mit fast zolldicken Riegeln und Schließen versehen war so schloss ich daraus dass sie den Eingang zu einem neuen Gebäude öffnen müße und so war es auch Mir war bereits warm geworden und ich fing an zu schwitzen weshalb ich das Hutband lockerte und den Mantel öffnete »Was beginnen Sie Miß « fuhr mich die Alte mit rauher Stimme an »verwahren Sie sich wohl wir kommen ins Freie.« Ich erwiderte nichts auf diese Rüge und that wie man mir gesagt hatte Kaum war die Thür geöffnet so blies uns ein eisiger Wind mit aller Heftigkeit entgegen weshalb ich mich emsiger als zuvor in meinen Mantel hüllte und auch den Hut versorgte damit mir derselbe nicht etwa durch einen unvermuteten Windstoß entführt werde Jetzt ging es auf einem gut geebneten Pfade der nicht im geringsten glitschig sondern wohl mit Sand oder Asche bestreut war über einen ziemlich geräumigen Hof der mit einigen großen Bäumen bepflanzt war und wo uns von dem gegenüber liegenden Gebäude aus einer großen Anzahl kleiner Fenster eine Menge Lichter entgegenstralten In mir fing es bereits zu dämmern an denn jetzt erst befanden wir uns am Ziele unserer Wanderung Bevor ich noch an die Pforte herangekommen war hatte die Alte schon die Klinke ergriffen und heftig geschellt Der Pförtner ein großer breitschulteriger Mann öffnete und grüßte mich auf das freundlichste Die Alte lenkte alsbald in einen mit Kreuzgewölben versehenen Gang ein führte mich in ein von einer einfachen Lampe spärlich erleuchtetes Zimmer wo die Flamme im Kamin hoch aufloderte und ließ mich hier stehen Ich fand es hier sehr warm darum legte ich meinen Mantel ab um mich nicht zu sehr zu erhitzen falls die Wanderung abermals ins Freie gehen sollte Übrigens war mir die Wärme nicht ungelegen gekommen denn ich hatte den Tag über gefroren genug Man ließ mich hier geraume Zeit ganz allein ich hatte daher Muße genug meine Neugierde zu befriedigen falls ich mit den Gegenständen die mich umgaben näher vertraut werden wollte Da kleine Mädchen mehr oder weniger neugierig sind so that ich auch meinen Augen keine Gewalt an als diese Lust bekamen das Zimmer nebst seinem Inhalte zu mustern Ich hatte dieses Zimmer anfangs für ein ganz gewöhnliches gehalten wurde aber alsbald durch die hübschen Tapeten und die karmoisinrothen Draperien sowie durch den hübschen Teppich und den aus Nussbaumholz geschnitzten und mit verschiedenem Laubwerke verzierten Tisch eines Besseren belehrt Ich hatte also die Überzeugung gewonnen dass ich mich im Empfangs oder Gesellschaftszimmer befinden müße Man hatte mir aber nicht mehr viel Zeit gelassen um den Unterschied zwischen dem einen und dem andern herauszufinden denn es öffnete sich die Thür und eine schlanke Frau trat herein der ein Mädchen mit einer Leuchte auf dem Fuße folgte Man sagt der erste Eindruck ist stets der bleibende und muß es auch sein weil ich mich gleich im ersten Augenblicke zu jener Dame mit dem glänzend