reichlich gefüllten Tabaksdose zu ge langen und Bessie verließ auf einige Augenblicke das Zim mer wahrscheinlich um jene Gegenstände aufzusuchen die sie trotz ihres besonderen Eifers in der Kinderstube doch nicht finden konnte Als Bessie die Thür im Rücken hatte nahm mich der Apotheker bei der Hand und sprach »Sagen Sie mir doch ganz aufrichtig und wahr Miß Jane warum Sie unablässig weinen « Diese Frage brannte wie glühende Kohlen auf mein Gewissen Lügen durfte ich nicht und ob ich die Wahrheit sagen und diesem Herrn mein Geheimnis anvertrauen sollte dazu gehörte doch einige Ueberlegung Ein tiefer Seufzer entwand sich meiner Brust und diesem folgte ein Strom von Thränen Der Apotheker hatte indessen eine zweite Prise genommen und so konnte ich Zeit gewinnen um mich von meinem Schmerz etwas zu erholen »Sie drückt ein Kummer« sagte jetzt Herr Lloyd im Tone der innigsten Theilnahme zu mir »Fassen Sie Vertrauen zu mir wenn ich helfen kann soll es gewiss geschehen.« In demselben Augenblicke fuhr der Wagen durch 's Portal Mistreß Reed war mit ihren Kindern von der Spazierfahrt zurückgekehrt Der Zeiger der Uhr neigte sich zum Abschlusse der dritten Stunde wo gespeist wurde Mistreß Reed war in dieser Hinsicht sehr genau und hielt auf große Pünktlichkeit Ich war also vollkommen überzeugt dass meine Unterredung mit dem Apotheker durch keine unliebsame Dazwischenkunft gestört werden wird und darum nahm ich mir das Herz Herrn Lloyd mit meinem traurigen Verhältnisse bekannt zu machen »Ich fühle mich in diesem Hause äußerst unglücklich Herr Lloyd und will fort « »Wie« sagte hierauf der Apotheker »Sie fühlen sich in dem Hause Ihrer Tante unglücklich und wollen fort von hier Wohin wollen Sie gehen « »Das weiß ich für den Augenblick selbst noch nicht« antwortete ich dem erstaunten Manne »Haben Sie Verwandte « fiel mir Herr Lloyd in die Rede »Außer Mistreß Reed habe ich niemanden auf dieser Welt ich bin eine Waise.« »Aber warum wollen Sie fort von hier Ist Ihnen denn etwas Unangenehmes begegnet oder « »Ich werde hier schrecklich mishandelt meine Kopfwunde ist der sprechendste Zeuge meiner Behauptung.« »Und wer hat Sie so mishandelt « fragte Herr Lloyd »John der mich wie ein Thier schlägt und quält « war meine Antwort »Und was sagt Mistreß Reed dazu « Ich schwieg und fing neuerdings heftig zu weinen an »Beruhigen Sie sich Miß Jane und weinen Sie nicht Sie sind leidend und müssen vorerst gesund werden das Andere werde ich dann schon veranlassen.« »Wird Mistreß Reed jetzt wol zu sprechen sein « fragte nach einer kurzen Pause der Apotheker »Jetzt ist die Speisestunde« antwortete ich »und da hat es Mistreß Reed nicht gerne wenn sie gestört wird.« »Ich verstehe« sagte der Apotheker »doch fällt mir auf dass Sie nicht gerufen werden « Ich zuckte die Achseln und trocknete die Thränen von der Wange die mir jene Bemerkung vom Neuen ausgepresst hatte Da reichte mir der Apotheker die Hand und sprach Morgen sehe ich Sie wieder Miß Jane und hoffe Sie in einer besseren Stimmung zu treffen.« Ich