erste Unterredung Mr Rochester befolgte den Rat des Arztes indem er an diesem Abende frühzeitig zu Bett ging Am folgenden Morgen stand er spät auf Als er dann herunterkam geschah es um sich den Geschäften zu widmen sein Verwalter und einige seiner Pächter waren gekommen und warteten auf ihn Adele und ich mußten das Bibliothekzimmer jetzt räumen da es täglich als Empfangszimmer für die Besucher dienen sollte Im oberen Stockwerk wurde ein Zimmer geheizt dorthin trug ich unsere Bücher und richtete es als künftiges Schulzimmer ein Im Laufe des Morgens hatte ich noch Gelegenheit wahrzunehmen daß Thornfield-Hall sich verändert hatte Es war nicht mehr still wie in einer Kirche zu jeder Stunde wurde an die Tür geklopft oder man hörte den Ton der Glocke durch das Haus oft ertönten Schritte in der Halle von unten herauf drang der Schall fremder Stimmen Ein Bächlein aus der Außenwelt rieselte plötzlich durch unser stilles Heim Das Haus hatte einen Herrn bekommen Mir gefiel es jetzt besser An diesem Tage war es nicht leicht Adele zu unterrichten sie war zerstreut Sie lief zur Tür und blickte über das Treppengeländer hinab um zu sehen ob sie nicht einen Schimmer von Mr Rochester erhaschen könne Dann suchte sie allerlei Vorwände um hinuntergehen zu dürfen ich vermute daß sie nur in die Bibliothek gehen wollte wo sie doch durchaus nicht gebraucht wurde Als ich dann ein wenig ärgerlich wurde und ihr befahl still zu sitzen begann sie unaufhörlich von ihrem Ami Monsieur Edouard Fairfax de Rochester ’ wie sie ihn nannte zu sprechen ich hatte seine Vornamen bis jetzt noch nicht gekannt und Vermutungen über die Geschenke anzustellen welche er ihr wohl mitgebracht hatte denn wie es schien hatte er ihr abends zuvor angedeutet daß wenn sein Gepäck aus Millcote käme sie eine kleine Schachtel finden würde deren Inhalt ihr willkommen sein dürfte ‘Et cela doit signifier ’ sagte sie qu’il y aura là dedans un cadeau pour moi et peut-être pour vous aussi Mademoiselle Monsieur a parlé de vous il m’a demandé le nom de ma gouvernante et si elle n’était pas une petite personne assez mince et un peu pâle J’ais dit que oui car c’est vrai n’est-ce pas Mademoiselle ’ Wie gewöhnlich speisten meine Schülerin und ich in Mrs Fairfax’ Wohnzimmer Der Nachmittag war stürmisch und erlaubte ich Adele Bücher und Arbeiten fortzulegen und hinunterzulaufen denn aus der Stille unten und dem Aufhören des Läutens an der Türglocke schloß ich daß Mr Rochester jetzt freie Zeit habe Als ich allein wan trat ich ans Fenster aber man konnte nichts mehr sehen die Dämmerung und das Schneegestöber verdunkelten die Luft und verbargen sogar das Gebüsch auf dem Rasenplatz vor dem Hause Ich ließ die Vorhänge herab und setzte mich wieder an den Kamin Da trat Mrs Fairfax ein Es würde Mr Rochester sehr angenehm sein wenn Sie und Ihre Schülerin heute abend den Tee mit ihm im Gesellschaftszimmer einnehmen wollten sagte sie er ist während des ganzen Tages so sehr beschäftigt gewesen daß er Sie