ich sie die große Treppe herabkommen Haben Sie das laute Lachen gehört Woher kommt es Wer war es Wahrscheinlich eins der Dienstmädchen entgegnete sie vielleicht Grace Poole Haben Sie es auch gehört fragte ich wieder Ja ganz deutlich Ich höre sie oft sie näht in einem dieser Zimmer Zuweilen ist Leah bei ihr sie machen oft großen Lärm miteinander Das leise eintönige Lachen wiederholte sich und endigte mit einem seltsamen Gemurmel Grace rief Mrs Fairfax Ich erwartete wirklich nicht daß irgend eine Grace auf diesen Ruf antworten werde denn das Lachen klang so tragisch so unnatürlich wie ich es noch niemals vernommen habe und wenn nicht heller Mittag gewesen wäre so würde ich eine abergläubische Furcht empfunden haben Die Tür neben welcher ich stand öffnete sich und eine Dienerin trat heraus sie war eine Frau zwischen dreißig und vierzig eine untersetzte Gestalt mit rotem Haar und einem harten häßlichen Gesicht eine weniger romantische oder geisterhafte Erscheinung ließ sich kaum denken Zu viel Lärm Grace sagte Mrs Fairfax denke an deine Weisungen Ohne ein Wort zu sagen verbeugte sich Grace und ging wieder ins Zimmer Sie ist eine Person die wir hier haben um zu nähen und Leah bei ihrer Hausarbeit zu helfen fuhr die Witwe fort in manchen Dingen ist sie nicht fehlerfrei aber sie ist im allgemeinen brauchbar Übrigens wie waren Sie heute morgen mit Ihrer Schülerin zufrieden So kam das Gespräch auf Adele und wir fuhren fort über sie zu sprechen bis wir die sonnigen hellen Regionen des unteren Stockwerks erreicht hatten Adele kam uns in der Halle entgegengelaufen und rief Mesdames vous etes servies Dann fügte sie hinzu J’ai bien faim moi In Mrs Fairfax Zimmer fanden wir das Mittagessen angerichtet 12 Kapitel Mr Rochester Die Aussicht auf einen ruhigen Verlauf meiner Tage welche mein erster ruhiger Eindruck in Thornfield-Hall zu versprechen schien wurde nach einer näheren Bekanntschaft mit dem Orte und seinen Bewohnern durchaus nicht gestört Mrs Fairfax war in Wirklichkeit das was sie zu sein scheint eine gutherzige freundliche Frau von guter Erziehung und einem mittelmäßigen Verstande Meine Schülerin war ein lebhaftes Kind welches verzogen und verwöhnt und deshalb zuweilen eigensinnig war da sie indessen gänzlich meiner Erziehung anvertraut war und keine unvernünftige Einmischung von irgend einer Seite jemals meine Pläne und Absichten in bezug auf ihre Erziehung durchkreuzte so vergaß sie bald ihre kleinen Launen und wurde gehorsam und lernbegierig Sie besaß keine hervorragenden Talente keine scharfen Charaktereigenschaften keine besondere Geschmacksentwicklung welche sie über andere Kinder emporgehoben hätte aber auch keineLaster und Fehler Sie machte ziemlich gute Fortschritte hegte für mich eine lebhafte wenn auch nicht sehr tiefgehende Neigung und flößte mir ihrerseits durch ihr einfaches Wesen ihr fröhliches Plaudern und ihre Bemühungen mir zu gefallen einen Grad von Liebe ein welcher hinreichte um uns eine gewisse Anhänglichkeit an unserer gegenseitigen Gesellschaft finden zu lassen Leute welche heiligen Grundsätzen über die engelgleiche Natur der Kinder huldigen und verlangen daß jene welchen ihre Erziehung anvertraut ist diese abgöttisch lieben sollen werden meine Wort für kalt