Ferne Kind oder geh zu Sophie hinein Dann setzte er seinen Weg schweigend fort und ich wagte ihn an die unterbrochene Erzählung zu erinnern Verließen Sie Ihren Platz auf dem Balkon mein Herr als Mademoiselle Varens ins Zimmer trat fragte ich Ich erwartete eine Zurechtweisung auf diese schwerlich gelegene Frage doch im Gegentheil erwachte er aus seiner düsteren Zerstreuung richtete seine Augen auf mich und der Schatten schien von seiner Stirn zu verschwinden O ich hatte Celine vergessen doch ich will fortfahren Als meine Geliebte von einem Cavalier begleitet zurückkehrte glaubte ich ein Zischen zu hören und die grüne Schlange der Eifersucht bahnte sich ihren Weg in das Innerste meines Herzens Seltsam rief er plötzlich wieder von dem Gegenstande abweichend seltsam daß ich Sie zur Vertrauten dieser Geschichte wähle junge Dame äußerst seltsam daß Sie mich ruhig anhören als wäre es das Gewöhn lichste von der Welt daß ein Mann wie ich einem artigen und unerfahrenen Mädchen wie Sie Geschichten von seiner Geliebten einer Operntänzerin erzählt Aber die letzte Seltsamkeit erklärt die erste wie ich schon vorher angedeutet und Sie bei Ihrem Ernst Ihrer Ueberlegung und Vorsicht sind geschaffen fremde Geheimnisse anzuhören Ueberdies weiß ich welchen Geist ich mit dem meinigen in Verbindung gesetzt habe ich weiß daß er nicht der Ansteckung unterworfen ist denn es ist ein eigenthümlicher und starker Geist Nach dieser Abschweifung fuhr er fort Ich blieb auf dem Balkon Sie werden ohne Zweifel in das Boudoir gehen dachte ich ich will ihnen einen Hinterhalt legen Ich streckte meine Hand durch das offene Fenster hinein und zog den Vorhang vor dasselbe indem ich nur eine Oeffnung ließ durch die ich meine Beobachtungen anstellen konnte dann machte ich das Fenster so weit zu daß nur eine kleine Spalte blieb durch welche das Gespräch der Liebenden mir vernehmbar werden mußte schlich mich dann wieder zu meinem Stuhl zurück und als ich mich auf ihn niederließ trat das Paar herein Mein Auge war rasch an der Oeffnung Celinens Kammermädchen kam herein zündete eine Tampe an und entfernte sich Jetzt zeigte sich mir das liebende Paar deutlich Beide legten ihre Mäntel ab und da sah ich Varens in Seide und Juwelen schimmern die ich ihr geschenkt und da war ihr Begleiter in einer Officiersuni form Ich erkannte in ihm einen jungen Vicomte einen gehirnlosen lasterhaften Burschen Ich hatte ihn zuweilen in Gesellschaft getroffen und nie gedacht daß ich ihn je hassen würde weil ich ihn zu sehr ver achtete Sobald ich ihn erkannte war die Qual der Eifersucht vorüber denn meine Liebe zu Celinen war erloschen Ein Weib welches mich wegen eines solchen Nebenbuhlers verrathen konnte war nicht der Mühe werth um sie zu streiten sie verdiente nur Verachtung obgleich weniger als ich der sich von ihr hatte hintergehen lassen Beide begannen zu reden ihre Unterhaltung beruhigte mich völlig frivol herz und sinnlos war sie mehr danach angethan einen Horcher zu ermüden als in Wuth zu versetzen Meine Visitenkarte lag auf dem Tische als man dieselbe bemerkte lenkte sich das Gespräch