die Kirche vor den Thoren die stillen Hügel in der Sonne des Herbsttages ruhend Die Sonne bot nichts Außerordentliches aber Alles war lieblich Als ich mich von der Aussicht abwendete und wieder durch die Fallthür hinunterstieg konnte ich kaum meinen Weg die Leiter hinunter finden so schwarz erschien Alles unter mir im Vergleich zu dem blauen Himmelsbogen zu dem ich vorher aufgeblickt hatte Mistreß Fairfax blieb einen Augenblick hinter mir zurück um die Fallthür wieder zu schließen ich tappte umher bis ich den Ausgang wieder fand und stieg die schmale Treppe hinunter Ich verweilte in dem langen Gange der die Vorderzimmer von den hinteren Zimmern des dritten Stockes trennte Er war niedrig schmal und düster nur am äußersten Ende von einem kleinen Fenster erleuchtet und glich mit den beiden Reihen kleiner schwarzer Thüren die alle verschlossen waren dem Corridor in dem Schlosse eines Blaubart Während ich langsam weiterging traf ein Lachen mein Ohr ein Ton den ich in einer so stillen Region nicht zu hören erwartet hatte Es war ein seltsames freudeloses Lachen Ich blieb stehen auf einen Augenblick verstummte es Dann begann es wieder lauter und ging in ein wildes Geschrei über Es kam aus einem der Zimmer zu dem die kleinen schwarzen Thüren führten Mistreß Fairfax rief ich denn ich hörte sie jetzt die große Treppe hinuntergehen Hören Sie das laute Lachen Wer ist es Wahrscheinlich eine von den Dienerinnen ant wortete sie vielleicht Gratia Pole Hörten Sie es fragte ich wieder Ja ganz deutlich ich höre sie oft Sie näht in einem dieser Zimmer Zuweilen ist Lea bei ihr und sie machen viel Geräusch zusammen Das Lachen wurde in leisem und abgemessenem Tone wiederholt und endete mit einem seltsamen Gemurmel Gratia rief Mistreß Fairfax Ich erwartete natürlich nicht daß eine Grazie antworten würde denn das Lachen war so unheimlich so übernatürlich wie ich nie vorher gehört Wenn es nicht heller Mittag gewesen so hätte ich wirklich einen abergläubischen Schrecken empfunden Die mir zunächst befindliche Thür öffnete sich und eine Dienerin zwischen dreißig und vierzig Jahren trat heraus Sie war von untersetzter Ge stalt hatte rothes Haar und ein rauhes und gewöhnliches Gesicht Eine weniger geisterhafte Erscheinung hätte man kaum denken können Zu viel Lärm Gratia sagte Mistreß Fairfax Denke an das Verbot Gratia verneigte sich schweigend und ging wieder hinein Es ist eine Person die wir zum Nähen haben und die Lea in der Hausarbeit unterstützen muß fuhr die Witwe fort Sie hat mancherlei Fehler doch ist sie zu ihrer Arbeit gut zu verwenden Als wir die untere helle und heitere Region erreichten kam uns Adele im Vorsaale entgegengelaufen und rief Meine Damen es ist servirt Ich habe großen Hunger Wir fanden das Mittagessen in dem Zimmer der Mistreß Fairfax bereit Zwölftes Capitel Meine Erwartung eines ruhigen und friedlichen Lebens welches mir der gemüthliche Empfang in Thornfield Hall zu verheißen schien wurde bei längerer Bekanntschaft mit dem Orte und den Bewohnern nicht getäuscht Mistreß Fairfax erwies sich als eine gutmütige Frau von hinreichender Erziehung und gutem Verstande