als wenn ein auf eine Stange gefesselter königlicher Adler genöthigt wäre einen Sperling zu bitten sein Versorger zu sein Aber ich wollte mich nicht den Thränen hingeben ich trocknete meine Augen und beschäftigte mich mit der Bereitung des Frühstücks Der größte Theil des Morgens wurde in der freien Luft zugebracht Ich führte Herrn Rochester aus dem nassen und wilden Walde auf heitere Felder ich beschrieb ihm wie glänzend grün sie wären wie erfrischt die Blumen und Hecken aussahen wie schimmernd blau der Himmel sei Ich suchte einen Sitz für ihn an einer verborgenen und lieblichen Stelle auf einem trockenen Baumstamm Auch weigerte ich mich nicht mich von ihm als er saß auf sein Knie ziehen zu lassen Warum sollte ich es auch da wir je näher einander desto glücklicher waren Pilot lag neben uns Alles war ruhig Plötzlich brach Rochester das Schweigen während er mich in seine Arme drückte O wie grausam war es mich zu verlassen O Johanna was fühlte ich als ich entdeckte daß du von Thornfield entflohen seiest und ich dich nirgends finden konnte als ich dein Zimmer durchsuchte und fand daß du kein Gold mitgenommen und nichts bei dir hattest was dir an Goldes statt dienen konnte Das Perlenhalsband welches ich dir gegeben lag unberührt in seinem kleinen Kästchen deine Koffer hattest du verschlossen noch so zurückgelassen wie sie zu der beabsichtigten Hochzeitsreise gepackt waren Was kann mein Liebling anfangen fragte ich da er von Allem entblößt und ohne Gold ist Und was thatest du Laß mich das jetzt hören So aufgefordert begann ich die Erzählung meiner Erlebnisse Ich milderte meinen Bericht über die drei Tage des Umherwanderns und Hungerns sehr weil ich ihm nur unnöthigen Schmerz verursacht hätte wenn ich ihm Alles erzählt haben würde Schon das Wenige was ich sagte verwundete sein treues Herz tiefen als ich es wünschte Ich hätte ihn nicht so verlassen sollen sagte er ohne Mittel zum Fortkommen zu haben ich hätte ihm meine Absicht mittheilen und ihm vertrauen sollen So heftig er auch in seiner Verzweiflung geschienen habe er mich doch in Wahrheit zu innig und zärtlich geliebt um mein Tyrann zu werden er hätte mir sein halbes Vermögen gegeben ohne auch nur einen Kuß dafür zu verlangen lieber als daß ich mich freudlos in die weite Welt gestürzt hätte Er sei gewiß ich habe viel mehr gelitten als ich ihm bekennen wolle Nun gut antwortete ich welcher Art auch meine Leiden und Entbehrungen gewesen sein mochten sie waren wenigstens von kurzer Dauer Hierauf erzählte ich ihm wie ich in Moor-House aufgenommen worden wie ich die Stelle als Schullehrerin erhalten u s w Die Erbschaft und die Entdeckung meiner Verwandten folgten in gehöriger Ordnung Natürlich kam der Name meines Vetters Saint John Rivers häufig in meiner Erzählung vor Als ich zu Ende war wurde dieser Name sogleich aufgegriffen Dieser Saint John ist also dein Vetter Ja Gefiel er dir Er ist ein sehr guter Mann mein Herr er mußte mir wohl gefallen Ein guter Mann Meinst du damit einen