mir bleiben so verstehst du etwas Anderes darunter als ich Du könntest dich vielleicht entschließen mir zur Hand zu sein mir zu dienen wie eine freundliche kleine Pflegerin denn du hast ein zärtliches Herz und einen edlen Geist die dich bestimmen denen Opfer darzubringen die du bemitleidest Freilich sollte mir das ohne Zweifel genügen Ich sollte jetzt keine anderen als väterliche Gefühle für dich hegen Nicht wahr der Ansicht bist du auch Komm sage mir was du denkst Ich will denken wie Sie es wünschen Herr ich bin zufrieden damit nur Ihre Pflegerin zu sein wenn Sie es so für besser halten Aber du kannst nicht immer meine Pflegerin sein Johanna du bist jung du mußt dich einst verheiraten Es liegt mir nichts am Heiraten Es sollte dir aber daran liegen Johanna Wenn ich noch wäre was ich einst war so wollte ich schon machen daß dir daran liegen sollte aber als ein Blinder Er versank wieder in seine Schwermuth Ich im Gegentheil wurde heiterer und faßte frischen Muth da mir seine letzten Worte zeigten wo die Schwierigkeit lag Ich setzte die Unterhaltung in lebhafterem Tone fort Es ist Zeit daß Jemand die Arbeit übernimmt Ihnen wieder ein menschliches Aussehen zu geben sagte ich seine dichten und unbeschnittenen Locken von einander theilend denn wie ich sehe haben Sie sich langsam in einen Löwen oder dergleichen verwandelt Indessen muß ich Sie zunächst auf einen Augenblick verlassen um ein besseres Feuer anmachen und den Kamin reinigen zu lassen Können Sie es sehen wenn das Kaminfeuer hell auflodert Ja mit dem rechten Auge sehe ich einen Schimmer wie einen röthlichen Nebel Und Sie sehen die Lichter Sehr trübe jedes wie eine lichte Wolke Sehen Sie mich Nein meine Fee aber ich bin schon dankbar genug wenn ich dich nur hören und fühlen kann Wann speisen Sie zu Abend Ich speise nie zu Abend Aber heute müssen Sie es thun Ich bin hungrig und ich denke Sie auch Sie vergessen es nur Ich rief Maria herein und hatte bald eine bessere Ordnung im Zimmer hergestellt auch bereitete ich ihm eine gute Mahlzeit Mein Geist war angeregt und mit Vergnügen sprach ich während des Abendessens mit ihm und noch eine lange Zeit nachher Hier gab es keinen kalten Zwang kein Unterdrücken der Heiterkeit und Lebhaftigkeit in seiner Nähe bei ihm war ich vollkommen unbefangen denn ich wußte daß es ihm gefiel und Alles was ich sagte oder that schien ihn zu trösten oder zu beleben Herrliches Bewußtsein In seiner Gegenwart lebte ich völlig auf und er in der meinigen Trotz seiner Blindheit spielte ein Lächeln um sein Gesicht Freude thronte auf seiner Stirn seine Züge wurden milder und weicher Nach dem Abendessen begann er mir manche Fragen vorzulegen wo ich gewesen was ich gethan und wie ich ihn aufgefunden doch gab ich ihm nur sehr karge Auskunft denn es war zu spät um an dem Abend noch Alles ausführlich zu erzählen Ueberdies wünschte ich keine zu schmerzliche Saite zu berühren keine frische Quelle der Aufregung