er Zu Ferndean in einem Hause welches ihm gehört es ist ein ganz abgelegener einsamer Ort etwa fünfzehn Stunden von hier Wer ist bei ihm Der alte John und seine Frau er wollte sonst Niemand bei sich haben Man sagt es stehe sehr schlecht mit ihm Haben Sie irgend ein Fuhrwerk Ich habe eine Chaise Fräulein eine sehr hübsche Chaise Lassen Sie sogleich anspannen und wen Ihr Postillon mich heute vor Anbruch der Nacht nach Ferndean bringt so will ich das Doppelte des gewöhnlichen Fahrpreises zahlen Achtunddreißigstes Capitel Das Herrenhaus zu Ferndean war ein Gebäude von beträchtlichem Alter mäßiger Größe ohne Anspruch auf architektonische Schönheit Es lag mitten im Walde Ich hatte schon früher davon gehört Herr Rochester sprach oft davon und reiste zuweilen auch hin Sein Vater hatte das Gut wegen der Jagd gekauft Er würde das Haus vermiethet haben doch konnte er wegen der unbequemen und ungesunden Tage keinen Miether finden Ferndean blieb also unbewohnt und unmöblirt mit Ausnahme von zwei oder drei Zimmern die für den Besitzer eingerichtet waren wenn er zur Jagdzeit dorthin kam Dieses Haus erreichte ich gerade vor Anbruch der Nacht während ein kalter Wind wehte und ein durchdringender Regen von dem grauen Himmel herabfiel Die letzte halbe Stunde machte ich zu Fuß nachdem ich den Postillon mit dem Wagen entlassen und ihm das Doppelte gegeben was ich ihm versprochen Selbst in geringer Entfernung von dem Herrenhause konnte ich noch nichts davon sehen so dicht standen die Bäume des finsteren Waldes der es umgab Ein eisernes Thor zwischen granitenen Pfeilern zeigte mir den Eingang und als ich dasselbe passirt hatte befand ich mich auf einem mit Gras bewachsenen Wege welcher zwischen Bäumen mit rauhen und knorrigen Stämmen und weit verzweigten Aesten hinführte Ich verfolgte diesen Weg aber er schien kein Ende nehmen zu wollen sondern zog sich immer weiter und weiter es war keine Spur von einer Wohnung oder einer Anlage sichtbar Ich dachte schon ich hätte eine falsche Richtung eingeschlagen und sah mich in der durch den Regen vermehrten Dunkelheit nach einem anderen Wege um Es war jedoch keiner da und nichts war zu sehen als dichtverwachsene Gesträuche und hohe Stämme in ihrem Sommerlaub nirgends eine Lichtung Ich ging auf dem alten Pfade weiter endlich wurde er breiter die Bäume standen weniger dicht zuerst sah ich ein Gitter und dann ein Haus bei der zunehmenden Finsternis kaum zu unterscheiden so grün und bemoost waren die Mauern Indem ich durch ein Thor trat welches nur eingeklinkt war stand ich auf einem Rasenplatze der im Halbkreise von dem Walde umgeben war Es waren weder Blumen noch Gartenbeete zu sehen nur ein breiter Kiesweg zog sich um den Grasplatz Die Front des Hauses zeigte zwei spitze Giebel die Fenster waren schmal und vergittert die Vorderthür war ebenfalls eng und es führte eine einzige Stufe zu derselben hinauf Das Ganze war wie der Wirth vom Wappen der Rochester mir gesagt ein trostloser Ort Kirchhofsstille herrschte hier nichts ließ sich vernehmen als das Plätschern des Regens auf das