stieg ein und der Wagen rollte weiter Lieber Leser mögest du nie fühlen was ich damals fühlte Mögen deine Augen nie so stürmische so sengende so blutige Thränen vergießen wie sie damals meinen Augen entströmten Mögest du dich nie in so hoffnungslosen und qualvollen Gebeten an den Himmel wenden müssen wie sie in jener Stunde von meinen Lippen kamen unter dem vernichtenden Vorwurfe denjenigen den ich am meisten auf dieser Erde liebte im tiefsten Herzen verwundet zu haben Neunundzwanzigstes Capitel Zwei Tage sind vergangen Es ist Abend der Kutscher hat mich an einem Orte namens Whitcroß abgesetzt er wollte mich nicht für die Summe die ich ihm gegeben weiter mitnehmen und ich besaß keinen Schilling mehr in der Welt Die Kutsche ist jetzt schon eine Meile weit entfernt und ich bin allein In diesem Augenblicke bemerke ich daß ich vergessen habe mein Bündel aus der Wagentasche zu nehmen wo ich es untergebracht hatte dort bleibt es und muß es bleiben und jetzt bin ich von Allem entblößt Whitcroß ist keine Stadt nicht einmal ein Weiler es ist nur ein steinerner Pfeiler an einer Stelle aufgestellt wo vier Wege sich kreuzen Vier Arme strecken sich oben aus und die Inschriften deuten auf vier Städte von denen die nächste zehn Meilen weit entfernt ist Aus den wohlbekannten Namen dieser Städte erfahre ich in welcher Grafschaft ich ausgestiegen bin eine nördliche Grafschaft ist es mit düsterem Moorland von Hügeln durchzogen das sah ich Im Hintergrunde und zu beiden Seiten dehnen sich weite öde Flächen aus hinter jenem tiefen Thale zu meinen Füßen erheben sich wellenförmige Berge Die Bevölkerung muß hier sehr spärlich sein und auf den Straßen die sich weit nach allen vier Himmelsrichtungen hinziehen ist kein einziger Wanderer zu erblicken sie durchschneiden alle das Moorland und das Haidekraut wächst hoch und wild bis an ihren Saum Kein Band fesselt mich an die menschliche Gesellschaft kein Reiz keine Hoffnung ruft mich dahin wo meine Mitgeschöpfe sind Niemand der mich sähe würde einen freundlichen Gedanken oder einen guten Wunsch für mich hegen Ich habe keine Verwandte als die allgemeine Mutter Natur ich will an ihre Brust eilen und Ruhe suchen Ich ging geradezu in das Haidekraut das mir bis an die Knie reichte schritt auf eine Vertiefung zu die das braune Moor durchzog und fand endlich einen moosbewachsenen Granitblock in einem verborgenen Winkel unter welchen ich mich niedersetzte Hohe Dämme umgaben mich der Felsen beschützte mein Haupt und über alldem war der Himmel Einige Zeit verging ehe ich mich hier ruhig fühlte ich fürchtete wilde Vieherden möchten in der Nähe sein oder ein Jäger oder Wilddieb mich entdecken Wenn ein Windstoß über die Einöde dahinfuhr blickte ich auf und meinte es komme ein Stier wenn ein Regenvogel pfiff glaubte ich es seien menschliche Laute Als ich aber meine Befürchtungen unbegründet fand und von dem tiefen Schweigen beruhigt wurde welches bei Anbruch der Nacht herrschte faßte ich Vertrauen Bisher hatte ich nur gehorcht beobachtet mich geängstigt jetzt bekam ich die Fähigkeit des Nachdenkens wieder Was