nur eine Zeile davon lesen wollen Die Zukunft war eine schauerliche Einöde gleich der Welt nach der Sintflut Ich ging an Feldern entlang durch Hecken und Gänge bis nach Sonnenaufgang Ich glaube es war ein lieblicher Sommermorgen Doch ich sah weder nach der aufgehenden Sonne und dem lächelnden Himmel noch nach der erwachsenden Natur Der Mensch der auf einem schönen Wege zum Schaffot schreitet achtet der Blumen nicht die auf seinem Wege blühen sondern er denkt nur an den Block und das Beil und an das gähnende Grab das seiner harrt und ich dachte an die traurige Flucht und heimatlose Wanderung und ach mit Seelenqual dachte ich an das was ich verlassen hatte Ich konnte nicht anders Ich dachte an ihn wie er jetzt in seinem Zimmer den Sonnenaufgang beobachtete wie er hoffte ich würde bald kommen und erklären daß ich bei ihm bleiben und die Seine werden wolle Es verlangte mich zu ihm zurückzukehren um ihm anzugehören es war nicht zu spät ich konnte ihm noch den bitteren Schmerz ersparen denn noch hielt ich mich überzeugt daß meine Flucht unentdeckt sei Ich konnte zurückkehren und seine Trösterin werden sein Stolz seine Retterin vom Elende vielleicht vom Untergange O diese Furcht vor seiner Verlassenheit weit schlimmer wie meine eigene Verlassenheit wie quälte sie mich jetzt Sie war wie ein Pfeil in meiner Brust der mich noch stärker verwundete wenn ich ihn herauszuziehen versuchte Die Vögel begannen zu singen in Busch und Wald die Vögel waren einander treu Vögel waren Sinnbilder der Liebe Und was war ich In meiner Herzenqual verabscheute ich mich und die Correctheit der Grundsätze nach denen ich gehandelt gewährte mir keinen Trost Ich hatte meinen Herrn gekränkt verwundet verlassen Ich war mir verhaßt in meinen eigenen Augen Dennoch konnte ich keinen Schritt zurückthun Gott muß mich weiter geführt haben Leidenschaftlicher Kummer hatte meinen Willen gebeugt und die Stimme des Gewissens erstickt Ich weinte heftig auf meinem einsamen Wege doch rasch rasch ging ich weiter wie im Fieberwahne Eine innerliche Schwäche die sich auch meiner Glieder zu bemächtigen begann griff immer weiter um sich und warf mich zu Boden Dort lag ich einige Minuten und drückte mein Gesicht auf den nassen Rasen Ich hatte einige Furcht oder Hoffnung daß ich hier sterben würde doch ich raffte mich wieder auf und nahm alle Kraft zusammen die Landstraße zu erreichen Dort war ich genöthigt mich niederzulassen um mich unter einer Hecke auszuruhen Während ich dort saß vernahm ich das Geräusch von Wagenrädern und sah eine Kutsche näher kommen Ich stand auf und erhob den Kopf der Wagen hielt an Ich fragte wohin er gehe Der Kutscher nannte einen entfernten Ort wo Herr Rochester wie ich wußte keine Verbindungen hatte Ich fragte was ich zu zahlen habe wenn er mich mitnehme er verlangte dreißig Schillinge ich antwortete ich habe nur zwanzig worauf er sagte er wolle sehen ob er es nicht auch dafür thun könne Er erlaubte mir mich in das Innere des Wagens zu setzen da derselbe leer war Ich