wieder aufgenommen werden ließ sich die Stimme hinter uns abermals vernehmen Ich bin im Stande meine Behauptung zu beweisen daß dieser Verbindung ein unübersteigliches Hindernis im Wege steht Herr Rochester stand starr da und machte keine weitere Bewegung als daß er meine Hand fest ergriff Wie heiß waren seine Finger und wie marmorgleich war seine blasse feste und massive Stirn in diesem Augenblick Herr Wood schien verlegen Von welcher Art ist dieses Hindernis fragte er Vielleicht kann es beseitigt werden Wohl schwerlich war die Antwort ich habe das Hindernis ein unübersteigliches genannt und habe guten Grund dazu Der Sprechende trat vor lehnte sich über die Einfassung des Altars und sprach jedes folgende Wort deutlich ruhig fest aber nicht laut aus Es besteht ganz einfach in dem Vorhandensein einer älteren Ehe Herrn Rochester’s Frau ist noch am Leben Meine Nerven erbebten bei diesen Worten wie ein Donnerschlag sie nie erschüttert hätte doch war ich gefaßt und nicht in Gefahr ohnmächtig zu werden Ich sah Herrn Rochester an Sein ganzes Auge war Funke und Feuerstein zugleich Es schien als wolle er Allem Trotz bieten Ohne zu reden umschlang er meine Taille mit seinem Arme und hielt mich so an seiner Seite fest Wer sind Sie fragte er den Fremden Mein Name ist Briggs ich bin Rechtsanwalt in London Und Sie wollen mir ein Weib aufdringen Ich will Sie nur an die Existenz Ihrer Gattin erinnern die das Gesetz anerkennt wenn Sie es nicht thun Sagen Sie mir etwas Näheres von ihr ihren Namen ihre Verwandtschaft ihren Aufenthaltsort Gewiß antwortete Briggs ruhig indem er ein Papier aus der Tasche zog und folgendes in officiellem Nasaltone vorlas Ich behaupte und kann beweisen daß am zwanzigsten October des Jahres jetzt vor fünfzehn Jahren Eduard Fairfax Rochester von Thornfield Hall in der Grafschaft N in England mit meiner Schwester Bertha Antoinette Mason der Tochter des Kaufmannes Jonas Mason und seiner Frau Antoinette einer Kreolin in der Kirche zu Spanish-Town auf Jamaica getraut wurde Die Trauung findet sich in dem Register jener Kirche verzeichnet und eine Abschrift davon ist gegenwärtig in meinem Besitze Unterzeichnet Richard Mason Wenn das Document echt ist so mag es beweisen daß ich verheiratet war doch beweist es nicht daß die darin als meine Gattin genannte Frau noch am Leben ist Sie lebte noch vor drei Monaten entgegnete der Rechtsgelehrte Wie wissen Sie das Ich habe einen Zeugen der die Thatsache bestätigen kann dessen Zeugnis selbst Sie mein Herr schwerlich bestreiten werden So stellen Sie ihn oder gehen Sie zum Teufel Vorerst will ich ihn zur Stelle bringen er ist hier Herr Mason haben Sie die Güte vorzutreten Als Herr Rochester diesen Namen hörte biß er die Zähne zusammen und ein convulsivisches Beben durchlief seinen Körper So nahe wie ich ihm war fühlte ich die krampfhafte Bewegung der Wuth oder Verzweiflung welche sich seiner bemächtigte Der zweite Fremde der sich bisher im Hintergrunde gehalten näherte sich jetzt ein blasses Gesicht sah über die Schulter des Anwalts ja es war Mason selber Herr Rochester