Meister geholfen Nein gewiß nicht wehrte ich ab Ei verletzte Eigenliebe Nun gut bringen Sie ihr Skizzenbuch her wenn Sie sich verbürgen können daß Alles von Ihrer Hand ist aber bedenken Sie sich wohl ehe Sie Ihr Wort geben denn ich versichere Sie daß ich alle Nachbesserungen erkenne Dann will ich lieber nichts sagen und Sie mögen selbst urtheilen Ich holte mein Skizzenbuch aus dem Bibliothekzimmer Rücken Sie den Tisch näher Ich rollte ihn zum Sopha Adele und Mrs Fairfax kamen herbei die Zeichnungen anzusehen Kein Gedränge sagte Mr Rochester nehmt die Blätter aus meiner Hand wenn ich damit fertig bin aber lehnt eure Gesichter nicht an das meine Er untersuchte jede Skizze und jede Malerei mit Aufmerksamkeit Drei Blätter legte er bei Seite die übrigen schob er von sich Nehmen Sie sie zum andern Tische hin Mrs Fairfax sagte er und sehen Sie die Blätter mit Adelen durch Sie er blickte mich an nehmen wieder Ihren Platz ein und beantworten mir einige ragen Ich sehe daß diese Gemälde von einer Hand sind wohl von der Ihrigen Ja Und wann fanden Sie Zeit dieselben zu vollenden Denn sie erforderten viel Zeit und viel Nachdenken Ich malte sie in den beiden letzten Ferien die ich zu Lowood zubrachte wo ich nichts weiter zu thun hatte Woher nahmen Sie die Idee dazu Aus meinem Kopfe Aus demselben Kopfe den ich da auf Ihren Schultern sehe Enthält er einen weiteren Vorrath von derlei Dingen Ich sollt es meinen ich hoffe noch bessere Sachen Er legte die drei Gemälde in einer Reihe vor sich hin und betrachtete sie neuerdings eines um 's andere Während er damit beschäftigt ist will ich dem Leser beschreiben was die Bilder vorstellten und vor Allem die Bemerkung vorausschicken daß sie durchaus nichts Wunderbares an sich hatten Allerdings war der Gegenstand einer jeden dieser Darstellungen mit großer Lebhaftigkeit in meinem Geiste in meinem Innern aufgestiegen da ich ihn mit meinem geistigen Auge sah und ehe ich es versuchte den Gedanken zu verkörpern ergriff er mich mit aller Macht allein meine Hand hielt nicht gleichen Schritt mit meiner Phantasie und lieferte in den drei Bildern nur schwache Umrisse meiner innern Anschauungen Die Bilder waren in Aquarell gemalt Das erste zeigte niedrig hängende schwarz-gelbe über die hohl gehende See dahinrollende Wolkenmassen den ganzen Hintergrund und auch den Vordergrund deckte tiefes Dunkel vom Land sah man keine Spur Ein einziger Lichtstrahl hob einen halb versunkenen Mast hervor auf dem ein schwarzer großer Seerabe saß die Flügel von den schäumenden Wellen bespritzt im Schnabel hielt er ein goldenes mit Edelsteinen besetztes Armband dem ich die lebhaftesten Farben meiner Palette diejenige glänzende Deutlichkeit gegeben hatte deren nur immer mein Pinsel fähig war Unterhalb des Mastes und des Vogels schimmerte ein versinkender Leichnam durch die grünen Wellen ein schöner weißer Arm allein war deutlich sichtbar von dem die Wellen ohne Zweifel das Armband weggespült hatten Das zweite Gemälde stellte im Vordergrunde blos den nebelumflossenen Gipfel eines Berges dar mit einigen Blättern und etwas Gras das aussah