ins Gedächtniß zurück wo ich denselben Weg in einer Kutsche zurück legte ich erinnerte mich jenen Hügel in der Dämmerung herabgefahren zu seyn ein Jahrhundert schien mir seit jenem Tage der mich nach Lowood brachte verflossen und nie hatte ich es seit der Zeit verlassen Alle meine Ferien hatte ich in der Schule zugebracht kein einziges Mal war ich von Mrs Reed abgeholt oder von ihr oder einem Gliede ihrer Familie besucht worden Nicht einmal durch Briefe oder Botschaften stand ich mit der äußeren Welt in Verbindung Schulregeln Schulpflichten Schulgewohnheiten und Ansichten Stimmen und Gesichter Redensarten und Costume Zuneigungen und Abneigungen das war Alles was ich vom Leben kennen gelernt hatte Und nun begriff ich daß dies nicht genüge ich bekam eine achtjährige Lebensweise in einem Nachmittage satt Ich sehnte mich nach Freiheit nach Freiheit dürstete ich um Freiheit sandte ich ein inniges Gebet zum Himmel empor der schwache Abendwind schien es in die Ferne zu tragen Nach einer Weile ließ ich diesen Wunsch fallen und reichte eine demüthige Bitte um Veränderung Aufregung ein auch dieses Gesuch schien im weiten Raume unbeachtet zu verhallen Nun denn rief ich in halber Verzweiflung so will ich wenigstens eine neue Sclaverei Hier ertönte die Glocke zum Nachtessen und rief mich eine Treppe tiefer Nicht eher als zur Schlafenszeit konnte ich den abgerissenen Faden meiner Betrachtungen wieder aufnehmen und selbst dann wurde ich von einer Lehrerin die mit mir dasselbe Zimmer bewohnte durch eine bedeutungslose Plauderei daran verhindert Wie sehr wünschte ich der Schlaf möchte ihr den Mund schließen Der Gedanke drängte sich mir auf es müsse mir eine glückliche Eingebung kommen könnte ich nur die Idee die ich am Fenster meiner Stube erfaßte weiter ausspinnen Endlich hörte ich Miß Gryce schnarchen sie war eine dumpe Waleserin und bis nun hatte ich ihr gewöhnliches Nasenconcert als eine große Unannehmlichkeit angesehen diese Nacht begrüßte ich die ersten Baßnoten mit großer Befriedigung keine weitere Unterbrechung befürchtend belebten sich meine Gedanken augenblicklich Eine neue Dienstbarkeit darin liegt etwas begann mein stilles Selbstgespräch Es ist gewiß etwas daran denn es klingt durchaus nicht angenehm nicht wie die Wörter Freiheit Erheiterung Vergnügen herrliche Töne aber für mich nichts weiter als Töne so körperlos so flüchtig daß es Zeitverlust wäre ihnen zu lauschen Doch Dienstbarkeit das ist etwas Anderes es ist greifbare Wirklichkeit Dienen kann Jedes ich habe hier acht Jahre gedient und nun ist Alles was ich wünsche anderwärts dienen zu dürfen Kann ich dies mit meinem Willen durchsetzen Ist die Sache thunlich Wohl wohl es ist nicht so schwer wäre nur mein Gehirn im Stande die nöthigen Mittel ausfindig zu machen Ich setzte mich im Bette auf um das besagte Gehirn zu ermuntern es war eine kühle Nacht ich wickelte mich in einen Shawl und fuhr mit aller Macht fort nachzudenken Was brauche ich Einen neuen Platz in einem andern Hause unter andern Gesichtern und andern Verhältnissen ich wünsche eben nicht mehr weil es unnütz wäre einen andern Wunsch zu hegen Was pflegen die Leute zu thun um